Aufschraubschloss mit Dornmaß 15 bis 40 mm: Die gängigsten Größen im Vergleich
Das Dornmaß bei einem Aufschraubschloss beschreibt den exakten Abstand vom Mittelpunkt des Schlüssellochs oder Zylinders bis zur äußeren Kante des Schlosses, an der der Riegel austritt.
Wer ein Möbelstück mit einem Schloss ausstatten oder ein defektes Schloss ersetzen muss, stößt unweigerlich auf den Begriff des Dornmaßes. Bei der Auswahl passender Möbelschlösser ist dieser Wert die wichtigste technische Kenngröße. Ist das Maß falsch gewählt, fluchtet der Schließzylinder nicht mit der vorhandenen Bohrung in der Möbelfront, oder der Riegel greift nicht sauber in das Schließblech. Dieser technische Leitfaden vergleicht die gängigen Größen von 15 mm bis 40 mm und erklärt, für welche Konstruktionen sie jeweils ausgelegt sind.
Was ist ein Aufschraubschloss und wie wird gemessen?
Ein Aufschraubschloss wird – im Gegensatz zu einem Einsteckschloss, das im Holz versenkt wird – flach auf die Innenseite einer Tür oder Schublade geschraubt. Es besteht aus einem Gehäuse, einem Riegel und der Schließmechanik. Die Mechanik kann über einen einfachen Buntbartschlüssel oder über ein Möbelschloss Zylinder bedient werden.
Um das Dornmaß korrekt zu ermitteln, wird ein Maßband oder Messschieber angelegt. Gemessen wird von der Stulpkante (der Seite des Schlossgehäuses, aus der der Riegel herausfährt) bis exakt zur Mitte der Zylinderbohrung oder des Schlüssellochs. Bei einem bestehenden Möbelstück, das ein Ersatzschloss benötigt, misst man analog von der Türkante bis zum Mittelpunkt der Bohrung in der Holzfront.
Ähnlich wie der Radstand bei einem Fahrzeug die Position der Achsen unverrückbar vorgibt, definiert das Dornmaß die exakte horizontale Positionierung des Schlosses auf der Holzfläche. Ein Austausch gegen ein Schloss mit abweichendem Maß ist ohne handwerkliche Nacharbeiten an der Front (Neu-Bohren und Verschließen des alten Lochs) nicht möglich.
Die gängigsten Dornmaße im Vergleich
Je nach Möbelart, Rahmenbreite und historischer Bauweise haben sich unterschiedliche Standardmaße etabliert. Die Spanne reicht typischerweise von 15 mm bis 40 mm.
Dornmaß 15 mm bis 20 mm: Kompakte Lösungen
Schlösser mit einem sehr geringen Dornmaß kommen dort zum Einsatz, wo der Platz am Rand der Möbelfront stark begrenzt ist.
- Einsatzbereich: Schmale Holzrahmen, kleine Schubladen, filigrane Kästchen.
- Besonderheit: Der Zylinder sitzt extrem nah an der Türkante. Dies erfordert eine präzise Montage, da das Material am Rand (insbesondere bei Spanplatte) leicht ausbrechen kann.
- Verwandte Typen: Ähnlich kompakte Maße finden sich oft bei einem Briefkastenschloss oder einem zierlichen Vitrinenschloss, bei denen die Platzverhältnisse naturgemäß sehr eng sind.
Dornmaß 25 mm bis 30 mm: Der moderne Standard
In der zeitgenössischen Möbelproduktion sind Maße zwischen 25 mm und 30 mm die absolute Regel.
- Einsatzbereich: Standard-Bürocontainer, moderne Kommoden, Schranktüren aus Plattenwerkstoffen.
- Besonderheit: Dieser Abstand bietet einen idealen Kompromiss. Er ist groß genug, um ein Ausreißen der Bohrung am Rand zu verhindern, und klein genug, um den Riegelweg kurz und effizient zu halten. Ein typisches Schubladenschloss für den Schreibtisch weist in der Regel ein Maß von 25 mm auf.
Dornmaß 35 mm bis 40 mm: Massive und historische Möbel
Große Dornmaße werden benötigt, wenn die Konstruktion der Tür einen breiten Rahmen aufweist oder wenn es sich um historische Stücke handelt.
- Einsatzbereich: Ein Aufschraubschloss für einen alten Schrank, schwere Kassettentüren, Massivholzmöbel.
- Besonderheit: Bei antiken Möbeln saß das Schlüsselloch oft tief in der Fläche, um ausladende Beschläge oder Zierleisten am Rand zu umgehen. Wer alte Möbel restauriert, benötigt daher fast immer Schlösser mit 35 mm oder 40 mm.
Auswahlkriterien: Welches Schloss für welchen Fall?
Die Entscheidung für ein bestimmtes Maß hängt davon ab, ob ein Möbelstück neu gebaut wird oder ob ein Ersatzteil für eine bestehende Konstruktion gesucht wird.
Fall 1: Reparatur und Austausch
Wird ein defektes Schloss ersetzt, gibt die bestehende Front das Maß zwingend vor. Messen Sie den Abstand von der Türkante bis zur Mitte des Lochs. Beträgt dieser Abstand beispielsweise 30 mm, muss zwingend ein Schloss mit exakt 30 mm Dornmaß gewählt werden. Ein Abweichen um nur 5 mm führt dazu, dass der Zylinder nicht durch die Front passt.
Fall 2: Neubau eines Möbelstücks
Beim Eigenbau haben Sie die freie Wahl. Hier richtet sich das Maß nach der Konstruktion der Tür:
- Besteht die Tür aus einer durchgehenden Platte (z. B. MDF), ist ein Standardmaß von 25 mm oder 30 mm zu empfehlen.
- Handelt es sich um eine Rahmentür mit Füllung, muss der Zylinder mittig im Rahmenholz sitzen. Ist das Rahmenholz 80 mm breit, wählt man idealerweise ein Dornmaß von 40 mm.
- Für sehr hohe Schränke, bei denen eine Mehrpunktverriegelung nötig ist, wird statt eines einfachen Aufschraubschlosses oft ein Schrankschloss mit Gestänge verbaut. Auch hier muss das Dornmaß passend zur Frontbohrung gewählt werden.
Montage: Aufschraubschloss fachgerecht anbringen
Die Montage eines Aufschraubschlosses erfordert Präzision. Eine abweichende Positionierung führt dazu, dass die Tür klemmt oder nicht schließt.
Benötigtes Werkzeug und Material
- Akkuschrauber mit passendem Holzbohrer (oft 18 mm oder 19 mm für den Zylinder)
- Forstnerbohrer (falls der Zylinder bündig eingelassen werden soll)
- Maßband und Bleistift
- Schraubendreher
- Passende Holzschrauben und Möbelschrauben
Für die Befestigung des Schlosses auf Holzwerkstoffen eignen sich Senkkopfschrauben mit einem Durchmesser von 3,0 mm oder 3,5 mm. Je nach Antrieb des Schraubendrehers greift man hierbei auf Holzschrauben 3.5mm oder Varianten wie Holzschrauben PZ2 zurück. Die Länge der Schraube muss so gewählt werden, dass sie die Front nicht durchstößt. Bei einer Standard-Möbeltür von 19 mm Stärke und einer Schloss-Bodenplatte von 2 mm sind Schrauben mit 15 mm bis 17 mm Länge ideal.
Arbeitsschritte
- Messen und Anzeichnen: Die horizontale Position (Dornmaß) und die vertikale Höhe auf der Innenseite der Tür markieren.
- Bohren: Von der Außenseite (um Ausrisse auf der Sichtseite zu vermeiden) das Loch für den Zylinder oder das Schlüsselloch bohren. Bei beschichteten Platten empfiehlt es sich, die Stelle vorher mit Kreppband abzukleben.
- Schloss positionieren: Das Schloss von innen aufsetzen und den Zylinder durch die Bohrung schieben.
- Verschrauben: Das Gehäuse mit den Holzschrauben fixieren. Vorbohren (z. B. mit einem 2 mm Bohrer) verhindert das Aufspalten des Holzes.
- Schließblech montieren: Den Riegel ausfahren und die exakte Position für das Schließblech am Korpus markieren. Das Blech anschließend bündig verschrauben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was passiert, wenn ich das falsche Dornmaß wähle? Wenn das Dornmaß des Schlosses nicht mit der Bohrung in der Möbelfront übereinstimmt, lässt sich das Schloss nicht montieren. Der Zylinder oder der Schlüsselstift trifft nicht auf das Loch im Holz, sondern stößt gegen die geschlossene Türinnenseite.
Kann ich ein Aufschraubschloss mit 25 mm durch eines mit 30 mm ersetzen? Ein direkter Austausch ist nicht möglich. Um ein größeres Maß zu verbauen, muss ein neues Loch in die Möbelfront gebohrt werden. Das alte Loch muss anschließend aufwendig verschlossen und kaschiert werden (z. B. mit Holzkitt oder Querholzzapfen).
Wie messe ich das Dornmaß bei einem alten Schrank, wenn das Schloss fehlt? Messen Sie an der Innenseite der Tür den Abstand von der Kante (an der die Tür schließt) in einer geraden horizontalen Linie bis exakt zur Mitte des vorhandenen Schlüssellochs. Das ermittelte Maß in Millimetern ist das benötigte Dornmaß.
Gibt es Aufschraubschlösser für verschiedene Türstärken? Das Dornmaß bestimmt nur die horizontale Position. Für unterschiedliche Türstärken ist die Zylinderlänge entscheidend. Ein Schloss für eine 19 mm dicke Spanplatte benötigt einen kürzeren Zylinder (oft 22 mm) als ein Schloss für eine 30 mm starke Massivholztür.
Verwandte Beschlagtechnik
Neben dem klassischen Aufschraubschloss gibt es für den Möbelbau weitere Verschlusstechniken. Für Schubladenblenden kommen spezielle Schubladenschlösser zum Einsatz, während Glastüren eigene Klemm- oder Bohrschlösser erfordern. Bei der Montage von Beschlägen ist stets auf die korrekte Wahl der Befestigungsmittel zu achten, um eine dauerhafte Funktion der Mechanik zu gewährleisten.
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