Relinggriff vs. Steggriff vs. Bügelgriff — Griffarten im Lexikon
Ein Relinggriff zeichnet sich durch überstehende Enden über die Befestigungssockel hinaus aus, während ein Steggriff bündig mit den Sockeln abschließt und ein Bügelgriff eine durchgehend gebogene, bogenförmige Struktur aufweist. Alle drei Griffarten dienen dem Öffnen von Möbelfronten und basieren auf genormten Bohrabständen.
Was sind Relinggriffe, Steggriffe und Bügelgriffe genau?
Bei der Planung von Möbelfronten stehen Monteure und Schreiner oft vor der Wahl der passenden Griffgeometrie. Die Unterscheidung der drei gängigsten Typen liegt in ihrer Konstruktionsweise:
- Relinggriff: Dieser Griff besteht aus einer zylindrischen oder eckigen Stange, die auf zwei Sockeln (Füßen) ruht. Das charakteristische Merkmal ist, dass die Griffstange links und rechts über die Befestigungssockel hinausragt.
- Steggriff: Ähnlich konstruiert wie der Relinggriff, jedoch schließen die Enden der Griffstange exakt bündig mit den Befestigungssockeln ab. Es gibt keinen Überstand. Häufig weisen Steggriffe einen exakten 90°-Winkel auf.
- Bügelgriff: Hierbei handelt es sich um einen Griff aus einem durchgehenden Materialstück, das in einem Bogen (U-Form oder sanfte Kurve) gebogen ist. Die Enden des Bogens gehen direkt in die Auflagefläche an der Möbelfront über.
Maße, Normen und typische Werte
In der Möbelindustrie unterliegen Beschläge festen Normen, um die Kompatibilität zu gewährleisten. Das wichtigste Maß bei der Auswahl ist der Bohrabstand (BA), also die Distanz zwischen den Mittelpunkten der beiden Bohrlöcher.
Dieser Abstand basiert in Europa auf dem System 32, einer standardisierten Reihenlochung, bei der die Abstände immer ein Vielfaches von 32 mm betragen. Gängige Rastermaße für die Montage sind:
Die Befestigung erfolgt fast ausschließlich über ein metrisches Gewinde der Größe M4. Die Griffstärken (Durchmesser der Stange) variieren je nach Belastungsanforderung meist zwischen 10 mm und 14 mm.
Verwendung und Auswahl
Die Wahl der Griffart hängt von der mechanischen Belastung und dem Einsatzort ab. Ein Relinggriff bietet durch den Überstand viel Greiffläche und wird häufig bei schweren Auszügen eingesetzt. Ein Bügelgriff ist ergonomisch vorteilhaft, da man nicht an überstehenden Kanten hängen bleiben kann.
Für stark beanspruchte Bereiche eignen sich robuste Möbelgriffe Edelstahl. Diese sind korrosionsbeständig und leicht zu reinigen. Für die Ausstattung von Kochbereichen, bei denen Fettspritzer und Feuchtigkeit auftreten, werden oft spezifische Möbelgriffe Küche aus Vollmaterial gewählt.
Die Montage eines Griffs verhält sich wie das Setzen von Passstiften in der Holzbearbeitung: Absolute Präzision beim Anzeichnen und Bohren ist zwingend erforderlich, da bereits eine Abweichung von 1,5 mm beim Bohrabstand zu Spannungen im Möbelgriff führt. Zur exakten Positionierung wird stets eine Bohrschablone empfohlen.
Hinsichtlich der Oberflächentechnik dominieren bei modernen Projekten pulverbeschichtete Möbelgriffe Schwarz Matt sowie galvanisierte Möbelgriffe Metall.
Verwandte Begriffe
- Bohrabstand (BA): Der exakte Abstand zwischen den zwei Befestigungslöchern in Millimetern.
- System 32: Internationaler Standard im Möbelbau, basierend auf einem 32-mm-Raster.
- M4-Schraube: Die genormte metrische Maschinenschraube zur Griffbefestigung durch die Möbelfront.
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