Relinggriff vs. Stangengriff: Fachbegriffe der Möbelbeschläge

Ein Relinggriff ist ein zylindrischer Möbelgriff, dessen Griffstange über die seitlichen Befestigungssockel hinausragt, während ein Stangengriff häufig bündig mit den Sockeln abschließt oder aus massivem Kantmaterial gefertigt ist. Beide Beschläge basieren auf dem System 32 und dienen dem Öffnen von Schrank- und Schubladenfronten.

Was sind Relinggriffe und Stangengriffe genau?

Technisch gesehen handelt es sich bei beiden Begriffen um Aufbaubeschläge für Möbelfronten. Konstruktiv folgt das Prinzip einem klassischen Handlauf im Treppenhaus: Eine zentrale Griffstange wird von zwei oder mehr Sockeln (Füßen) auf Abstand zur Möbelfront gehalten.

Der klassische Relinggriff besteht aus einem hohlen oder massiven Rundrohr. Die Enden des Rohrs ragen links und rechts über die Auflagepunkte hinaus. Im Gegensatz dazu ist der Stangengriff ein Überbegriff, der auch Profile umfasst, bei denen die Enden exakt im rechten Winkel in die Sockel übergehen (U-Form) oder die aus quadratischem Vollmaterial gefräst sind. Beide Varianten verfügen in den Sockeln über ein Innengewinde, meist für metrische M4-Schrauben, um den Beschlag von der Rückseite der Front zu fixieren.

Arten und Varianten

Die Unterscheidung der Grifftypen erfolgt in der Tischlerei primär über den Querschnitt, das Material und das Oberflächenfinish:

  • Rundrohr-Griffe: Der Standard bei Relinggriffen. Oft ausgeführt als Möbelgriffe Gebürsteter Stahl, um Fingerabdrücke zu kaschieren.
  • Vierkant-Griffe: Stangengriffe mit eckigem Querschnitt. Diese wirken massiver und werden häufig als Möbelgriffe Schwarz Matt in modernen, industriellen Designs verbaut.
  • Massiv vs. Hohlraum: Hohlrohre sind leichter, während massive Stangen aus Edelstahl oder Aluminium eine höhere Verwindungssteifigkeit bei sehr breiten Fronten aufweisen.

Maße und Normen

Bei der Montage und dem Austausch von Möbelgriffen ist der Bohrabstand (BA) das entscheidende Maß. Dieser definiert die Distanz zwischen den Mittelpunkten der beiden Bohrlöcher. In der europäischen Möbelfertigung greift hier das System 32, bei dem die Abstände immer ein Vielfaches von 32 mm betragen.

Typische Bohrabstände für Stangen- und Relinggriffe sind:

Neben dem Bohrabstand ist der Stangendurchmesser relevant. Gängige Rohrstärken bei Relinggriffen liegen bei 10 mm, 12 mm oder 14 mm. Bei breiten Auszügen (ab 800 mm) werden oft Griffe mit drei Sockeln eingesetzt, um ein Durchbiegen der Stange unter Zuglast zu verhindern.

Verwendung und Auswahl

Die Wahl zwischen Reling- und Stangengriff hängt von der benötigten Zugkraft und der Frontgröße ab. Schrankgriffe an hohen Drehtüren erfordern oft lange Stangengriffe, um die Hebelwirkung ergonomisch über die gesamte Höhe greifen zu können.

In Feuchträumen oder an stark frequentierten Orten, wie bei als Möbelgriffe Küche eingesetzten Beschlägen, ist auf korrosionsbeständige Materialien wie Edelstahl oder eloxiertes Aluminium zu achten. Bei schweren Auszügen mit Topf- oder Geschirrbeladung verteilt ein breiter Relinggriff, der als Schubladengriffe (Hängeschrankgriffe) montiert wird, die Zugkraft gleichmäßig auf die Frontplatte und schont das Material.

Verwandte Begriffe

  • Griffleiste: Ein Beschlag, der nicht auf die Front aufgesetzt, sondern auf die obere Kante der Tür oder Schublade gesteckt oder gefräst wird. Siehe Griffleiste.
  • Bohrabstand: Das exakte Maß in Millimetern zwischen den zwei Befestigungspunkten eines Griffs.
  • M4-Gewinde: Das standardisierte metrische Gewinde für die Befestigungsschrauben von Möbelgriffen.

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