Kabeldurchlass — Standard-Bohrungsmaße (60mm, 80mm) für Schreibtische

Ein Kabeldurchlass ist ein runder oder eckiger Möbelbeschlag, der in eine gebohrte oder gefräste Aussparung der Tischplatte eingesetzt wird, um Strom- und Datenkabel geordnet unter den Schreibtisch zu führen. Die gängigsten Standard-Bohrungsmaße im Möbelbau betragen dabei 60 mm und 80 mm im Durchmesser.

Was ist ein Kabeldurchlass genau?

Der Kabeldurchlass (technisch oft als Kabeldurchführung bezeichnet) ist ein funktionales Bauteil für Büromöbel, Konferenztische und Arbeitsplatten. Er besteht in der Regel aus zwei Komponenten: einem äußeren Ring oder Rahmen, der fest im Bohrloch der Trägerplatte sitzt, und einem abnehmbaren oder schwenkbaren Deckel.

Der Deckel verfügt über eine Öffnung, die häufig mit einer integrierten Bürstendichtung versehen ist. Diese Dichtung verhindert, dass die Kabel an den Kanten scheuern, fixiert sie in ihrer Position und schützt das Innere des Tisches vor herabfallendem Staub. Wie ein Trichter bündelt der Beschlag das Kabelgewirr auf der Tischoberfläche und leitet es gezielt in Richtung der Steckdosenleiste.

Typische Maße und Normen

Für die Montage von runden Durchlässen wird eine Lochsäge oder ein Forstnerbohrer benötigt. Die Wahl des Durchmessers richtet sich nach der Menge und der Steckergröße der durchzuführenden Kabel.

  • 60 mm: Dies ist das gängige Standardmaß für Einzelarbeitsplätze. Eine Schreibtischkabeldurchführung 60mm bietet ausreichend Platz für den Kaltgerätestecker eines Monitors, ein Netzwerkkabel sowie dünnere Ladekabel.
  • 80 mm: Für komplexere Setups mit mehreren Monitoren, dicken Netzteilsteckern oder Dockingstationen wird eine Schreibtischkabeldurchführung 80mm verwendet. Der größere Querschnitt erleichtert das Durchführen von breiten Schukosteckern.

Die Einbautiefe der Beschläge liegt meist zwischen 15 mm und 25 mm. Dies macht sie kompatibel mit Standard-Tischplatten aus Spanplatte, MDF oder Massivholz, die typischerweise eine Stärke von 19 mm bis 25 mm aufweisen.

Arten und Varianten

Die Auswahl des Materials und der Form hängt von den statischen Anforderungen der Tischplatte und dem gewünschten Design ab.

Verwendung und Montage

Bei der Planung der Kabeldurchführungen muss die Position auf der Tischplatte exakt angerissen werden. Üblich ist eine Platzierung im hinteren Drittel des Schreibtisches, oft 100 mm bis 150 mm von der Hinterkante entfernt. Dies verhindert Konflikte mit dem Tischgestell oder der Traverse unterhalb der Platte.

Das Bohrloch muss präzise im 90°-Winkel ausgeführt werden. Der äußere Ring des Durchlasses wird anschließend bündig in die Aussparung gedrückt oder – bei Modellen mit Riffelung am Schaft – mit einem Gummihammer leicht eingeschlagen. Ein Verkleben ist in der Regel nicht notwendig, da die Passung auf Klemmsitz ausgelegt ist.

Verwandte Begriffe

  • Kabelwanne: Ein unter dem Schreibtisch montierter Kanal aus Metall oder Kunststoff, der die durch den Durchlass geführten Leitungen und Steckdosenleisten aufnimmt.
  • Kabelspirale: Ein flexibler Schlauch, der Kabel vom Boden bis zur Tischplatte bündelt.
  • Forstnerbohrer: Ein spezieller Holzbohrer zur Herstellung maßgenauer, großflächiger Durchgangsbohrungen in Plattenwerkstoffen.

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