Lowboard 300 cm
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Ein Lowboard 300 cm ist ein überdurchschnittlich breites, niedrig gebautes Kastenmöbel, das primär als Stellfläche für großformatige Fernsehgeräte ab 75 Zoll sowie zur verdeckten Unterbringung von HiFi-Komponenten und Wohnzimmer-Utensilien dient. Durch die enorme Breite von drei Metern nimmt dieses Möbelstück die gesamte Wandlängsachse eines Raumes ein und erfordert eine präzise Planung hinsichtlich der Raumproportionen, der Wandbeschaffenheit und der korrekten Montage.
Dieser Ratgeber führt detailliert durch die technischen Spezifikationen, die Materialwahl und die Montageschritte, die beim Aufbau eines drei Meter breiten TV-Möbels zu beachten sind.
Raumplanung und Maße: Wann passt ein 3-Meter-Möbelstück?
Ein TV Lowboard 300 cm ist ein architektonisches Element, das den Raum optisch in der Waagerechten streckt. Bevor die Entscheidung für ein Möbelstück dieser Dimension fällt, müssen die Raummaße exakt geprüft werden.
- Wandlänge: Für ein harmonisches Gesamtbild sollte die Wand, an der das Lowboard platziert wird, mindestens 400 cm bis 450 cm lang sein. Steht das Möbelstück eingezwängt von Wand zu Wand, wirkt der Raum schnell gestaucht. Es empfiehlt sich ein seitlicher Abstand von mindestens 50 cm zu angrenzenden Wänden oder Zimmertüren.
- Tiefe: Die Standardtiefe für TV-Lowboards & TV-Bänke liegt zwischen 35 cm und 50 cm. Eine Tiefe von 40 cm reicht für moderne Flachbildfernseher und gängige Soundbars aus. Sollen jedoch große AV-Receiver untergebracht werden, ist eine Tiefe von mindestens 45 cm erforderlich, um auch die rückseitige Verkabelung (HDMI-Kabel, Kaltgerätestecker) ohne Knickgefahr zu verlegen.
- Höhe: Die typische Höhe variiert zwischen 30 cm und 55 cm. Die Wahl der Höhe hängt von der Sitzhöhe des Sofas und der Größe des Fernsehers ab. Die ergonomische Faustregel besagt: Das obere Drittel des Bildschirms sollte sich auf Augenhöhe der sitzenden Person befinden. Bei sehr großen TV-Geräten (über 80 Zoll) ist ein flaches Lowboard mit einer Höhe von 30 cm bis 35 cm die ergonomisch sinnvollste Lösung.
Für kleinere Räume oder kürzere Wandabschnitte bieten sich stattdessen Alternativen wie ein Lowboard 240 cm oder ein Lowboard 250 cm an, die eine ähnliche optische Wirkung erzielen, aber weniger Wandfläche beanspruchen.
Hängend oder stehend? Die Montagearten im Vergleich
Ein Lowboard 3 Meter kann auf zwei verschiedene Arten im Raum integriert werden. Die Entscheidung beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch den Montageaufwand maßgeblich.
Das Lowboard 300 cm stehend
Die stehende Variante wird auf Möbelfüßen, einem geschlossenen Sockel oder auf flachen Gleitern platziert.
- Vorteile: Die Lastabtragung erfolgt direkt in den Boden. Das Möbelstück kann problemlos schwere Gewichte (große Röhrenverstärker, schwere TV-Geräte, Bücher) aufnehmen. Die Montage ist weniger komplex, da keine Rücksicht auf die Tragfähigkeit der Wand genommen werden muss.
- Ausrichtung: Bei einer Länge von 300 cm weisen die meisten Fußböden (insbesondere in Altbauten) Unebenheiten auf. Stehende Modelle erfordern zwingend höhenverstellbare Möbelfüße (meist mit M8- oder M10-Gewinde). Mit einer langen Wasserwaage (mindestens 100 cm, besser 200 cm) muss das Möbelstück exakt ins Wasser gesetzt werden, damit die Spaltmaße der Türen und Schubladen parallel verlaufen.
Das Lowboard hängend 300 cm
Ein Hänge Lowboard wird schwebend an der Wand montiert. Dies erleichtert die Bodenreinigung (auch für Saugroboter) und verleiht dem massiven Möbelstück optische Leichtigkeit.
- Wandbeschaffenheit: Dies ist der kritischste Faktor. Ein drei Meter breites Lowboard wiegt je nach Material (MDF oder dicke Spanplatte) schnell zwischen 60 kg und 90 kg – im leeren Zustand. Hinzu kommt das Gewicht der Geräte. Eine Montage an einer massiven Beton- oder Vollziegelwand ist mit handelsüblichen Schwerlastdübeln (Ø 8 mm oder 10 mm) problemlos möglich.
- Trockenbauwände: Bei Gipskartonwänden (Rigips) ist Vorsicht geboten. Hier müssen spezielle Hohlraum-Metalldübel verwendet werden. Idealerweise wird das Möbelstück direkt in den vertikalen Ständerwerken (Holz- oder Metallprofile) verschraubt. Ist das Ständerwerk nicht im passenden Raster, muss die Wand im Vorfeld mit einer OSB-Platte hinter dem Gipskarton verstärkt werden.
- Montagebeschläge: Hängende Modelle werden meist über justierbare Schrankaufhänger an einer an die Wand gedübelten Stahlschiene eingehängt. Diese Aufhänger erlauben eine nachträgliche Feinjustierung in der Höhe und Tiefe um jeweils ca. 10 mm bis 15 mm.
Konstruktion und Modularität: Wie baut man 300 cm auf?
Ein durchgehendes Möbelstück von drei Metern Länge lässt sich weder transportieren noch in normale Treppenhäuser manövrieren. Daher besteht ein TV Lowboard 300 cm breit in der Regel aus mehreren modularen Korpussen, die erst vor Ort am Aufstellort miteinander verbunden werden. Typische Aufteilungen sind drei Elemente à 100 cm oder zwei Elemente à 150 cm.
Der Aufbau-Prozess für Heimwerker
Das exakte Ausrichten der einzelnen Korpusse auf eine Länge von drei Metern gleicht dem Verlegen von Schienensträngen – weicht ein Modul am linken Ende nur um 2 mm in der Höhe ab, entsteht an der Front über die gesamte Distanz ein unschöner Versatz, der sich potenziert und das Spaltbild zerstört.
- Korpusmontage: Die einzelnen Boxen werden typischerweise über Exzenterverbinder (Minifix) und Holzdübel zusammengesetzt. Die Dübel sorgen für die korrekte Positionierung, während die Exzenterverbinder die Bauteile mit Zugkraft zusammenziehen.
- Verbindung der Module: Nachdem die Einzelkorpusse aufgebaut sind, werden sie nebeneinander gestellt und mit Schraubzwingen fixiert. Erst wenn die vorderen Kanten absolut bündig sind, werden die Korpusse mit speziellen Korpusverbindern (oft als M4-Gewindeschraube mit Hülsenmutter ausgeführt) durch die vorgebohrten 5 mm Löcher im System 32 verschraubt.
- Abdeckplatte (Top-Platte): Um die Nahtstellen der einzelnen Module zu verdecken, wird oft eine durchgehende Deckplatte von 300 cm montiert. Alternativ arbeiten einige Hersteller mit Schattenfugen zwischen den Modulen, um das modulare Design bewusst zu betonen.
Material, Dekor und Farbgebung
Die Wirkung eines drei Meter breiten Möbels wird maßgeblich durch die Materialwahl und die Farbe der Fronten bestimmt.
- Dekorspanplatte (Melaminbeschichtet): Der Korpus besteht meist aus 16 mm oder 18 mm starker Spanplatte. Die Melaminharzbeschichtung macht die Oberfläche kratzfest und pflegeleicht. Hier finden sich oft naturgetreue Holznachbildungen, wie sie bei einem Lowboard Eiche oder einem Lowboard Aus Holz zum Einsatz kommen. Die fühlbare Struktur (Prägung) imitiert die Maserung von Massivholz.
- MDF (Mitteldichte Holzfaserplatte): Für Fronten, insbesondere wenn sie gefräst oder lackiert sind, wird MDF verwendet. Ein Lowboard weiß hochglanz 300 cm nutzt oft MDF-Fronten, die mehrfach lackiert oder mit einer dicken Acrylfolie bezogen sind. MDF besitzt feinere Kanten und eine glattere Oberfläche als Spanplatte.
- Farbwahl: Ein Lowboard Weiß reflektiert das Licht und lässt das massive Möbelstück optisch in den Hintergrund treten, was besonders in kleineren Räumen von Vorteil ist. Ein Lowboard Schwarz oder ein Lowboard Grau wirkt hingegen sehr architektonisch und dominant. Schwarze Möbel absorbieren Licht und bilden einen starken Kontrast zu weißen Wänden.
- Industrieller Look: Wer den Loft-Charakter sucht, greift zu einem Lowboard Betonoptik. Die graue, leicht wolkige Struktur kaschiert Staub besser als unifarbene Hochglanzflächen und passt hervorragend zu einem Lowboard Modern.
Stauraum-Mechanismen: Klappen, Türen und Schubladen
Ein Lowboard mit viel Stauraum muss nicht nur gut aussehen, sondern funktionell sein. Bei einer Breite von 300 cm ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für die Innenaufteilung.
Klappen mit Gasdruckdämpfern
Sehr häufig werden bei niedrigen TV-Möbeln nach unten öffnende Klappen verbaut. Damit diese nicht ungebremst herunterfallen und die Scharniere ausreißen, werden Gasdruckdämpfer eingesetzt.
- Die Kraft der Dämpfer wird in Newton (N) angegeben (z. B. 60 N, 80 N, 120 N).
- Für schwere MDF-Klappen werden stärkere Dämpfer benötigt als für leichte Spanplatten-Fronten.
- Die Klappen werden am Boden des Korpus mit speziellen Klappenscharnieren befestigt.
Schubladen und Auszüge
Einige Modelle kombinieren Klappen mit Schubladen. Hier kommen meist Kugelführungen oder verdeckte Unterflurführungen zum Einsatz.
- Ein Vollauszug ermöglicht es, die Schublade zu 100 % aus dem Korpus herauszuziehen. Das ist ideal, um DVDs, Controller oder Kabel im hintersten Eck bequem zu erreichen.
- Ein Teilauszug lässt etwa 25 % der Schublade im Korpus, was für einfache Ablageflächen oft ausreicht.
Öffnungsmechanismen
- Push-to-Open (Tip-On): Für ein griffloses Design. Ein Druck auf die Front löst eine mechanische Feder aus, die die Tür oder Schublade einige Zentimeter aufstößt.
- Soft-Close (Dämpfung): Ein integrierter Dämpfer im Topfband oder in der Schubladenschiene fängt die Schwungmasse der Front kurz vor dem Schließen ab und zieht sie sanft und geräuschlos zu.
- Wichtig: Push-to-Open und Soft-Close sind bei mechanischen Systemen in der Regel nicht in derselben Front kombinierbar, da sie gegensätzliche Kräfte nutzen (Aufstoßen vs. Abbremsen).
Kabelmanagement und Belüftung für HiFi-Geräte
Ein Lowboard Für TV muss die technische Infrastruktur des Wohnzimmers bewältigen. Bei einer Länge von 300 cm laufen hier oft zahlreiche Kabel (Strom, HDMI, Netzwerkkabel, Lautsprecherkabel) zusammen.
- Kabeldurchlässe: Achten Sie beim Aufbau darauf, wo die Kabeldurchführungen (meist runde Bohrungen mit 60 mm oder 80 mm Durchmesser in der Rückwand oder Deckplatte) platziert sind. Ein nachträgliches Bohren mit einer Lochsäge ist möglich, erfordert aber sauberes Arbeiten, um ein Ausreißen der Beschichtung zu verhindern.
- Rückwand: Viele TV-Boards haben eine leicht nach innen versetzte Rückwand (ca. 15 mm bis 20 mm Luft zur Zimmerwand). Dieser Spalt ermöglicht es, Kabel unsichtbar hinter dem Möbelstück von einem Modul zum nächsten zu führen.
- Belüftung: AV-Receiver und moderne Spielekonsolen produzieren viel Abwärme. Werden diese Geräte hinter geschlossenen Holz- oder MDF-Türen betrieben, droht ein Hitzestau. Einige Lowboards bieten daher offene Fächer oder Fronten mit Akustikstoff, die nicht nur Infrarot-Signale der Fernbedienung, sondern auch die warme Abluft durchlassen. Ist das Fach komplett geschlossen, sollte die Rückwand im Bereich des Gerätes weggelassen oder mit großzügigen Lüftungsschlitzen versehen werden.
FAQ – Häufige Fragen zur Montage und Planung
Wie wird ein 300 cm breites Lowboard geliefert? Aufgrund der Abmessungen erfolgt die Lieferung fast immer zerlegt in mehreren flachen Paketen (oft 3 bis 5 Kartons). Das Gesamtgewicht kann leicht über 70 kg liegen. Die Pakete sind so konzipiert, dass sie von zwei Personen getragen werden können.
Passt ein 85 Zoll Fernseher auf dieses Möbelstück? Ja. Ein 85 Zoll Fernseher hat eine ungefähre Breite von 190 cm. Auf einem 300 cm breiten Möbelstück bleibt links und rechts ausreichend Platz (jeweils ca. 55 cm) für Standlautsprecher oder Dekoration. Die Proportionen wirken bei dieser Kombination sehr ausgewogen.
Welches Werkzeug wird für den Aufbau benötigt? Für die Montage benötigen Sie einen Kreuzschlitzschraubendreher (PZ2 oder PH2), einen Akkuschrauber, einen Gummihammer (für Holzdübel), eine lange Wasserwaage (min. 100 cm), einen Zollstock und idealerweise zwei Schraubzwingen, um die Korpusse beim Verbinden bündig zu fixieren.
Kann ich ein hängendes Lowboard nachträglich auf Füße stellen? Das hängt von der Konstruktion des Unterbodens ab. Wenn der Unterboden für die Aufnahme von Füßen ausgelegt ist (ausreichende Materialstärke, keine störenden Beschläge), können Möbelfüße nachträglich mit Holzschrauben (z. B. 4x15 mm) angeschraubt werden. Die Traglast verschiebt sich dann von der Wandaufhängung auf den Boden.
Wie stelle ich die Türen richtig ein? Die Ausrichtung der Fronten erfolgt über die Topfbänder (Scharniere). Die vordere Schraube am Scharnierarm reguliert die Fuge zwischen den Türen (Seitenverstellung). Die hintere Schraube fixiert die Tiefenverstellung (Abstand der Tür zum Korpus). Die Höhenverstellung erfolgt meist über die Schrauben an der Kreuzmontageplatte im Korpusinneren.