Großer Kleiderschrank

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Ein großer Kleiderschrank ist ein stationäres Kastenmöbel zur organisierten Aufbewahrung von hängender und liegender Kleidung, das durch seine Dimensionen und das gewählte Dekor maßgeblich die Raumarchitektur im Schlafzimmer, Jugendzimmer oder in der Ankleide bestimmt.

Für Heimwerker und Selbstaufbauer ist die Wahl des passenden Schrankes eine Kombination aus präziser Raumplanung, der Auswahl robuster Materialien und dem fachgerechten Zusammenbau der Möbelbeschläge. Ein solider Korpus erfordert eine exakte Montage, damit Türen bündig schließen, Schubladen flüssig gleiten und das Möbelstück über Jahre hinweg statisch stabil bleibt. In dieser technischen Übersicht erfahren Sie, worauf es bei den Maßen, der Konstruktion und dem Aufbau eines geräumigen Schrankes ankommt.

Maße und Raumplanung: Die Basis der Schrank-Konstruktion

Bevor ein großer Kleiderschrank montiert wird, ist das genaue Aufmaß des Raumes zwingend erforderlich. Die Dimensionen des Korpus müssen mit den baulichen Gegebenheiten (Deckenhöhe, Fußleisten, Steckdosen) abgeglichen werden.

Breite und Tiefe

Die klassische Tiefe für einen Schrank, in dem Kleidung auf Bügeln quer zur Rückwand hängen soll, beträgt standardmäßig 50 cm - 60 cm. Bei einer geringeren Tiefe stoßen die Ärmel von Jacken oder Hemden an die geschlossenen Türen. Für Räume mit begrenztem Platzangebot sind kompaktere Breiten oft die effizienteste Lösung. Ein Kleiderschrank 100 cm Breit oder ein Kleiderschrank 120 cm Breit bietet ausreichend Volumen für eine Person, ohne die Laufwege im Raum zu blockieren.

Die Modelle der JOELLE-Serie weisen einheitliche Grundmaße auf: Eine Höhe von 180 cm, eine Breite von 90 cm und eine Tiefe von 50 cm. Diese Spezifikationen machen sie zu einem idealen Kleiderschrank 2 türig, der sich sowohl als Einzelstück in Nischen einfügt als auch in Reihe gestellt eine durchgehende Schrankwand bilden kann.

Deckenabstand und Stellfläche

Für die Kippmontage (das Zusammenbauen am Boden und anschließende Aufrichten) muss das sogenannte Diagonalmaß des Schrankes zwingend kleiner sein als die Deckenhöhe des Raumes. Ist dies nicht der Fall, muss der Schrank stehend montiert werden. Bei einer Schrankhöhe von 180 cm ist das Aufrichten in fast allen Standardräumen (typische Deckenhöhe 240 cm - 250 cm) problemlos möglich.

Zu beachten ist auch der Schwenkbereich der Türen. Bei einer Schrankbreite von 90 cm mit zwei Türen ragt jede Tür im geöffneten Zustand etwa 45 cm in den Raum hinein. Dieser Platz muss zusätzlich zur reinen Korpustiefe freigehalten werden. Wer diesen Platz nicht hat, greift in der Planung oft auf einen Kleiderschrank mit Schiebetüren zurück oder rüstet entsprechende Systeme über Kleiderschrank-Schiebetüren nach Maß auf.

Materialkunde: Korpus, Fronten und Dekore

Die statische Integrität und die optische Wirkung eines Schrankes hängen vom verwendeten Trägermaterial und der Oberflächenbeschichtung ab. Moderne zerlegte Möbel bestehen in der Regel aus industriell gefertigten Holzwerkstoffen.

Trägermaterial: Spanplatte und MDF

Der Korpus und die Einlegeböden bestehen meist aus melaminharzbeschichteter Spanplatte. Dieses Material ist verzugsstark, formstabil und ideal für die Aufnahme von Verbindungsbeschlägen. Die Melaminbeschichtung versiegelt die Oberfläche, macht sie kratzfest und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Für stark beanspruchte Kanten wird häufig eine ABS-Kante (Acrylnitril-Butadien-Styrol) maschinell aufgefahren, die Stöße abfedert und das Ablösen des Dekors verhindert. Wer alternative Materialien sucht, findet im Bereich Kleiderschrank Holz Ausführungen aus Massivholz oder Echtholzfurnier, die jedoch ein anderes Raumklima und eine aufwendigere Pflege erfordern.

Dekore und Oberflächen

Das Dekor bestimmt, wie ein grosser schlafzimmerschrank im Raum wirkt. Helle, reflektierende Oberflächen vergrößern den Raum optisch, während dunkle oder matte Töne das Licht absorbieren und einen starken Kontrast bilden.

Beschlagtechnik: Das mechanische Herzstück

Ein großer Kleiderschrank ist nur so stabil und langlebig wie die Beschläge, die seine Einzelteile zusammenhalten. Für den Heimwerker ist das Verständnis dieser mechanischen Bauteile entscheidend für einen frustfreien Aufbau.

Topfbänder (Scharniere)

Die Drehtüren werden mit verdeckten Scharnieren, den sogenannten Topfbändern, am Korpus befestigt. Der Standarddurchmesser für die Bohrung in der Tür (der Topf) beträgt 35 mm. Bei der Montage eines Zweitürers kommt in der Regel ein Eckanschlag zum Einsatz. Das bedeutet, die Tür liegt bei geschlossenem Zustand fast vollständig auf der Korpusseite auf (aufliegende Tür).

Ein großer Vorteil moderner Topfbänder ist die 3D-Verstellbarkeit. Über die Schrauben auf der Kreuzmontageplatte im Korpus lassen sich die Türen in drei Richtungen justieren:

  1. Höhenverstellung: Die Tür wird parallel nach oben oder unten verschoben (meist +/- 2 mm).
  2. Seitenverstellung: Reguliert den Spalt zwischen den beiden Türen.
  3. Tiefenverstellung: Bestimmt den Abstand der Tür zur Korpusvorderkante, wichtig für das saubere Schließen ohne Schleifen.

Wer für ältere oder fremde Systeme Ersatz sucht (häufig gesucht unter dem Begriff pax kleiderschrank scharniere), muss zwingend den Topfdurchmesser und das Bohrbild (den Abstand der Befestigungsschrauben neben dem Topf) nachmessen, um Kompatibilität herzustellen. Entsprechende Ersatzteile finden sich im Bereich Kleiderschrank Zubehör.

Schubladenschienen und Auszüge

Ein Kleiderschrank mit Schubladen bietet den Vorteil, dass kleinteilige Wäschestücke staubgeschützt und übersichtlich sortiert werden können. Die Bewegung der Schubladen wird durch seitlich oder unten montierte Auszüge realisiert.

  • Rollenführung: Ein einfaches, bewährtes System, bei dem eine Kunststoffrolle in einer epoxidharzbeschichteten Metallschiene läuft. Es handelt sich meist um einen Teilauszug, bei dem etwa 75 % der Schublade herausgezogen werden können. Die Tragkraft liegt typischerweise bei 10 kg - 15 kg.
  • Kugelführung: Hier laufen Stahlkugeln in einem Teleskopprofil. Diese Führungen erlauben oft einen Vollauszug (die Schublade lässt sich zu 100 % aus dem Korpus ziehen) und bieten eine höhere Seitenstabilität.

Verbindungsbeschläge

Der Korpus selbst wird meist durch ein System aus Holzdübeln und Exzenterverbindern (oft als Minifix bekannt) zusammengehalten. Der Aufbau gleicht einem überdimensionalen Puzzle, bei dem die Exzenterverbinder als unsichtbare Anker dienen und die Bauteile kraftschlüssig zusammenziehen. Ein Verbindungsbolzen wird in die Korpusseite geschraubt, das Bodenteil mit dem eingelassenen Exzentergehäuse wird aufgesteckt, und durch eine halbe Drehung mit dem Kreuzschlitzschraubendreher (Antrieb PZ2 oder PZ3) zieht sich die Fuge fest zusammen.

Montage-Ratgeber: Schritt für Schritt zum stabilen Schrank

Der Aufbau eines Kleiderschrankes sollte systematisch erfolgen. Ein grosser schrank erfordert in der Regel zwei Personen, insbesondere beim Aufrichten und beim Einsetzen der Türen.

1. Werkzeug vorbereiten

Für die Montage werden folgende Werkzeuge benötigt:

  • Akkuschrauber mit Drehmomentbegrenzung (um ein Überdrehen der Schrauben in der Spanplatte zu verhindern).
  • Bitsortiment (zwingend PZ für Möbelschrauben, TX für eventuelle Rückwandschrauben).
  • Gummihammer für das Eintreiben der Holzdübel.
  • Wasserwaage (mindestens 60 cm Länge).
  • Zollstock oder Maßband.

2. Korpusmontage und Winkeligkeit

Die Seitenteile werden mit dem Boden und dem Deckel verbunden. Bevor die Rückwand befestigt wird, muss der Korpus absolut rechtwinklig ausgerichtet werden. Dies geschieht durch das Messen der beiden Diagonalen (von Ecke links oben nach Ecke rechts unten und umgekehrt). Sind beide Maße auf den Millimeter identisch, ist der Schrank im Winkel.

Die Rückwand aus dünnem HDF (hochdichte Faserplatte, meist 2,5 mm - 3 mm stark) wird nun aufgenagelt oder geschraubt. Sie ist nicht nur ein optischer Abschluss, sondern das wichtigste statische Element, das den Schrank vor dem seitlichen Zusammenklappen (Scherkräfte) schützt. Die Nägel sollten in einem Abstand von etwa 15 cm - 20 cm gesetzt werden.

3. Ausrichten am Aufstellort

Sobald der Schrank steht, muss er mit der Wasserwaage ausgerichtet werden. Unebenheiten im Boden führen dazu, dass sich der Korpus verwindet. Die Folge: Die Türen klemmen oder die Spaltmaße lassen sich über die Topfbänder nicht mehr korrekt einstellen. Verwenden Sie Unterlegkeile, bis der Schrank exakt in der Waage steht.

4. Kippsicherung (Wandmontage)

Ein großer Kleiderschrank muss zwingend an der Wand verankert werden. Öffnet man beide Türen und zieht eventuell noch eine schwer beladene Schublade heraus, verlagert sich der Schwerpunkt gefährlich weit nach vorne. Mit einem passenden Dübel und einer Holzschraube (Durchmesser 4 mm oder 5 mm) wird der beiliegende Metallwinkel an der massiven Wand fixiert.

Einsatzbereiche und Raumlösungen

Die kompakten Maße der JOELLE-Serie machen diese Schränke extrem vielseitig. Während ein massiver Eckkleiderschrank oft die gesamte Raumecke dominiert, lassen sich Schränke mit 90 cm Breite modular einsetzen.

  • Jugendzimmer und Kinderzimmer: Ein Kleiderschrank Jugendzimmer muss robust sein und Platz für Kleidung sowie Hobbyutensilien bieten. Die Kombination aus Türen für Hängeware und Schubladen für Socken und Unterwäsche ist hier ideal. Graue oder anthrazitfarbene Dekore, wie beim Kleiderschrank Grau, sind unempfindlich und fügen sich gut in moderne Jugendzimmer ein.
  • Gästezimmer: Hier wird oft nur temporärer Stauraum benötigt. Ein zweitüriger Schrank bietet genug Platz für Besuch, ohne den Raum dauerhaft zu erdrücken.
  • Ankleidezimmer: Durch das Aneinanderreihen mehrerer gleicher Modelle (z. B. drei Schränke à 90 cm Breite) entsteht eine durchgehende Schrankwand von 270 cm Gesamtbreite, die eine enorme Kapazität bietet.

FAQ – Häufige Fragen zu Kleiderschränken und deren Montage

Welches Werkzeug brauche ich zwingend für den Aufbau? Sie benötigen einen Kreuzschlitzschraubendreher (oder Akkuschrauber) mit PZ2-Bit, einen Hammer (idealerweise Gummihammer für Dübel), eine Wasserwaage und einen Zollstock. Für die Wandbefestigung ist zudem eine Bohrmaschine mit entsprechendem Steinbohrer (meist 6 mm oder 8 mm) erforderlich.

Warum schließen die Türen meines neuen Schrankes nicht bündig? Das liegt fast immer an einem nicht im Wasser stehenden Korpus oder an nicht justierten Scharnieren. Prüfen Sie zuerst mit der Wasserwaage, ob der Schrank absolut gerade steht. Ist dies der Fall, nutzen Sie die Einstellschrauben an den Topfbändern, um die Seiten- und Höhenverstellung der Tür zu korrigieren.

Was ist der Unterschied zwischen einem Teilauszug und einem Vollauszug bei Schubladen? Bei einem Teilauszug bleibt ein Teil der Schublade (ca. 20 % - 25 %) im Korpus, was den hinteren Bereich schwerer zugänglich macht. Ein Vollauszug ermöglicht es, die Schublade zu 100 % aus dem Schrank herauszuziehen, was den vollen Überblick über den Inhalt gewährt.

Kann ich die Einlegeböden in der Höhe verstellen? Ja, die meisten modernen Schränke verfügen über eine Reihenlochung (oft im System 32, bei dem die Löcher einen Abstand von 32 mm zueinander haben). Die Bodenträger aus Metall (meist mit einem Durchmesser von 3 mm oder 5 mm) können einfach in die gewünschte Position umgesteckt werden.

Wie reinige und pflege ich melaminbeschichtete Fronten? Melaminharzbeschichtete Oberflächen sind extrem pflegeleicht. Ein leicht feuchtes, weiches Baumwolltuch reicht für die regelmäßige Reinigung aus. Bei matten Dekoren (wie kleiderschrank anthrazit matt) sollten keine scharfen Scheuermittel oder Mikrofasertücher verwendet werden, da diese feine Kratzer hinterlassen und die matte Struktur aufpolieren können. Hochglanzfronten können mit speziellen, nicht kratzenden Glanzreinigern abgewischt werden.

Wie viel Gewicht trägt eine Standard-Kleiderstange? Eine ovale Kleiderstange aus Metall in einem 90 cm breiten Schrank trägt bei fachgerechter Montage an den Seitenwänden problemlos 15 kg - 20 kg. Dies ist ausreichend für eine dichte Bestückung mit Hemden, Blusen und mittelschweren Jacken. Achten Sie darauf, dass die Halterungen fest in der Spanplatte verschraubt sind.

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