Wie tief muss eine Kommode sein? Maße-Ratgeber
Die ideale Tiefe einer Kommode richtet sich nach ihrem Verwendungszweck: Für Flure und schmale Räume genügen 30 bis 35 cm, während für die Lagerung von Kleidung im Schlafzimmer eine Tiefe von 40 bis 45 cm erforderlich ist.
Die Wahl der richtigen Möbelmaße ist entscheidend für die Ergonomie eines Raumes. Eine zu tiefe Kommode wirkt in einem schmalen Raum wie ein Felsblock im Fließgewässer – sie stört die täglichen Laufwege und lässt den Raum gedrungen wirken. Eine zu flache Kommode hingegen verfehlt ihren Zweck, wenn die geplanten Gegenstände nicht hineinpassen. Dieser Ratgeber erklärt, welche Tiefe für welchen Raum sinnvoll ist und worauf Heimwerker bei der Planung und beim Aufbau achten müssen.
Maße & Eignung: Welche Tiefe für welchen Zweck?
Bei der Planung des Stauraums muss zwischen dem Außenmaß des Möbels und der tatsächlichen Innentiefe unterschieden werden. Durch die Rückwand, die Materialstärke der Spanplatte oder des MDF sowie die Fronten der Schubladen oder Türen geht nutzbarer Raum verloren. Als Faustregel gilt: Die Innentiefe ist meist 2 bis 3 cm geringer als die angegebene Außentiefe.
Schmale Lösungen: 30 cm bis 35 cm
In Fluren, schmalen Dielen oder kleinen Badezimmern ist der Platz begrenzt. Hier muss genügend Bewegungsfreiheit bleiben, um aneinander vorbeizugehen oder Türen zu öffnen.
- Eine Kommode Tiefe 30 cm eignet sich hervorragend als Schuhschrank (für schräg gestellte Schuhe), für Schlüssel, Handschuhe oder Kosmetikartikel.
- Wird etwas mehr Volumen benötigt, beispielsweise für Taschenbücher oder kleine Werkzeugboxen, bietet eine Kommode Tiefe 35 cm einen guten Kompromiss. Standard-Aktenordner passen hier jedoch meist noch nicht optimal hinein, da diese eine Innentiefe von mindestens 32 cm erfordern und die Türen dann oft nicht mehr sauber schließen.
Das Standardmaß: 40 cm
Für die meisten Wohnbereiche hat sich dieses Maß etabliert.
- Eine Kommode Tiefe 40 cm ist tief genug, um gefaltete T-Shirts, Hosen oder Handtücher in zwei Reihen hintereinander oder großzügig nebeneinander zu lagern.
- Sie ragt nicht zu weit in den Raum hinein und lässt sich gut mit anderen Möbelstücken kombinieren.
Tiefer Stauraum: 45 cm und mehr
Wenn voluminöse Textilien wie Winterpullover, Bettwäsche oder große Tischdecken verstaut werden sollen, ist mehr Volumen gefragt.
- Eine Kommode Tiefe 45 cm bietet den nötigen Platz für dicke Stoffe.
- Besonders im Schlafzimmer wird dieses Maß häufig gewählt, da hier oft ausreichend Stellfläche vorhanden ist und der Fokus auf maximalem Stauraum liegt.
Kriterien für die Auswahl der richtigen Kommode
Bevor der Schraubendreher angesetzt wird, muss der Standort exakt ausgemessen werden. Folgende Faktoren beeinflussen die Entscheidung:
- Laufwege: Zwischen der Kommode und anderen Möbeln (z. B. dem Bett oder einem Couchtisch) sollten mindestens 80 cm Platz bleiben.
- Schubladen vs. Türen: Schubladen benötigen Platz nach vorne. Ein Vollauszug lässt sich zu 100 % ausziehen, ein Teilauszug nur zu rund 75 %. Wenn eine 40 cm tiefe Kommode komplett geöffnet wird, beansprucht sie fast 80 cm Raumtiefe.
- Sockelleisten: Möbel stehen selten direkt an der Wand, da die Fußleiste im Weg ist. Dies addiert 1 bis 2 cm zur Gesamttiefe im Raum.
Raumlösungen und optische Wirkung
Die Dimensionen eines Möbels beeinflussen in Kombination mit Farbe und Material die Raumwirkung erheblich.
Für das Schlafzimmer wird oft eine klassische Schlafzimmer Kommode gewählt, um den Kleiderschrank zu entlasten. Ergänzt wird dieses Setup häufig durch eine flache Nachtkommode direkt am Bett, die meist nur 30 bis 40 cm tief ist, um den Ein- und Ausstieg nicht zu behindern.
Wer viel Kleinkram sortieren muss, profitiert von Modellen mit vielen Unterteilungen, wie einer Kommode 8 Schubladen. Hier ist die Tiefe oft zweitrangig, wichtiger ist die funktionale Aufteilung durch die Auszüge.
Farblich lassen sich mit der Tiefe spielen: Eine wuchtige, 45 cm tiefe Kommode wirkt weniger dominant, wenn sie hell gestaltet ist. Eine Weiße Kommode verschmilzt optisch mit hellen Wänden und nimmt dem Möbel die Schwere. Soll das Möbelstück jedoch als bewusster Akzent dienen, eignen sich markante Farben oder Holzoptiken, wie ein Dekor als Eiche Kommode.
Aufbau-Tipps für Heimwerker
Der Selbstaufbau einer Kommode erfordert Präzision, besonders wenn es um die Stabilität geht.
- Benötigtes Werkzeug: Akkuschrauber, passender Bit (meist PZ oder PH für die Holzschrauben), Wasserwaage, Zollstock und ein Hammer für die Rückwandnägel.
- Kippschutz: Je flacher eine Kommode ist, desto höher ist die Kippgefahr. Eine 30 cm tiefe Kommode mit ausgezogenen, voll beladenen Schubladen verlagert ihren Schwerpunkt massiv nach vorne. Solche Möbel müssen zwingend mit einem Winkel und passenden Dübeln an der Wand gesichert werden.
- Ausrichtung: Nutzen Sie die Wasserwaage. Wenn der Boden uneben ist, klemmen die Schubladen oder die Spaltmaße der Türen stimmen nicht. Höhenverstellbare Möbelfüße helfen, Unebenheiten von wenigen Millimetern auszugleichen.
- Rückwandmontage: Die Rückwand gibt dem Korpus die nötige Winkelstabilität. Achten Sie darauf, dass der Korpus absolut im rechten Winkel liegt (Diagonale messen!), bevor Sie die Rückwand festnageln oder verschrauben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Passen Standard-Aktenordner in eine 35 cm tiefe Kommode? In der Regel wird es knapp. Ein Standard-Aktenordner ist 32 cm tief. Da die Innentiefe einer 35 cm tiefen Kommode (abzüglich Rückwand und Front) oft nur bei 31 bis 32 cm liegt, könnten die Türen aufstehen. Für Ordner ist eine Außentiefe von 38 bis 40 cm sicherer.
Wie tief muss ein Kleiderschrank im Vergleich zur Kommode sein? Ein Kleiderschrank erfordert eine Tiefe von mindestens 50 bis 60 cm, da Kleiderbügel an einer Kleiderstange diesen Platz benötigen. Kommoden kommen mit 40 cm aus, da die Kleidung hier gefaltet liegend gelagert wird.
Warum klemmen die Schubladen nach dem Aufbau meiner neuen Kommode? Meist liegt dies an einem nicht im Wasser stehenden Korpus oder einer schief montierten Rückwand. Prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob die Kommode gerade steht. Auch nicht exakt in der Systembohrung sitzende Führungsschienen können die Ursache sein.
Muss jede Kommode an der Wand befestigt werden? Ja, aus Sicherheitsgründen wird dies dringend empfohlen. Besonders schmale Kommoden (30 bis 35 cm Tiefe) neigen zum Kippen, wenn mehrere Schubladen gleichzeitig geöffnet werden.
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