System 32: Definition, Lochreihe & Maßvorgaben im Möbelbau

Das System 32 ist ein internationaler Standard im Möbelbau, der auf einem Rastermaß von 32 mm basiert. Es definiert die exakten Abstände der Bohrlöcher in der Korpusseite, um standardisierte Möbelbeschläge wie Topfbänder, Bodenträger oder Führungsschienen passgenau, modular und ohne zusätzliches Ausmessen montieren zu können.

Was ist das System 32 genau?

Das System 32 fungiert als universelles Koordinatensystem für den Schrankkorpus. Es wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelt, um die industrielle Möbelfertigung zu standardisieren. Durch dieses Rastermaß sind Beschläge unterschiedlicher Hersteller herstellerübergreifend kompatibel. Schreiner und Monteure nutzen die durchgehende Lochreihe, um Bauteile flexibel auf der gewünschten Höhe zu positionieren.

Wenn Sie beispielsweise Schubladensysteme oder ein Auszugsystem für den Schrank montieren, greifen die Befestigungspunkte der Schienen exakt in diese vorgebohrten Löcher. Das Raster garantiert, dass Fronten spaltmaßgenau schließen und Innenauszüge waagerecht laufen.

Maße, Normen und typische Werte

Für die korrekte Umsetzung des Systems in der Werkstatt oder bei der Montage gelten strenge Maßvorgaben in Millimetern:

  • Lochabstand (Bohrraster): Der Abstand von Lochmitte zu Lochmitte beträgt exakt 32 mm.
  • Vorderes Systemmaß (Abstand zur Vorderkante): Das erste Bohrloch liegt standardmäßig 37 mm von der vorderen Korpuskante entfernt. Dieses Maß ist entscheidend für aufliegende Fronten und die korrekte Position der Kreuzmontageplatte von Scharnieren. Bei innenliegenden Fronten wird das Maß um die Frontstärke (z. B. 19 mm) nach hinten versetzt.
  • Bohrungsdurchmesser: Typischerweise wird mit 5 mm gebohrt. Dieser Durchmesser ist der Standard für Bodenträger sowie für die Euroschraube, mit der Schienen oder Montageplatten fixiert werden. Seltener kommen 3 mm Vorbohrungen für Holzschrauben zum Einsatz.
  • Hinteres Systemmaß: Der Abstand der hinteren Lochreihe zur Rückwand ist nicht strikt genormt, wird jedoch oft so gewählt, dass der Abstand zwischen vorderer und hinterer Lochreihe ein Vielfaches von 32 mm ergibt.

Verwendung und Montage im Korpus

Die durchgehende Bohrung im 32-mm-Raster erlaubt die flexible Innenausstattung von Korpussen. Bei der Küchenmontage oder dem Bau von Kleiderschränken dient das Raster der Aufnahme verschiedenster Funktionselemente.

Moderne Schubladensysteme für die Küche, wie etwa ein Schubkastensystem für Besteck oder ein ausziehbares Mülltrennsystem, sind in ihrer Konstruktion so ausgelegt, dass die Anschraubpositionen der Korpusschienen exakt auf das 32er-Raster fallen. Der Monteur muss die Schienen lediglich auf der gewünschten Höhe ansetzen und mit Euroschrauben in den 5-mm-Löchern fixieren. Ein aufwendiges Anzeichnen der Bohrpunkte entfällt.

Auch für die Montage von Türen ist das Raster essenziell. Ein Topfband wird über seine Montageplatte im Korpus befestigt. Die Schraublöcher der Platte haben einen Abstand von 32 mm zueinander und sitzen im 37-mm-Abstand zur Kante, wodurch sich das Scharnier nahtlos in die Lochreihe integriert.

Verwandte Begriffe im Möbelbau

  • Lochreihe: Die physische Umsetzung des Systems im Holz. Eine vertikale Abfolge von Bohrungen im Korpus.
  • Euroschraube: Eine spezielle Befestigungsschraube mit stumpfem Ende und einem Gewinde, das exakt in die 5-mm-Bohrung der Lochreihe greift, um Beschläge wie Schubladensysteme ausreißfest zu fixieren.
  • Bodenträger: Kleine Stifte aus Metall oder Kunststoff, die in die 5-mm-Bohrungen gesteckt werden, um Einlegeböden zu tragen.
  • Systemmaß: Bezeichnet die festgelegten Abstände (32 mm vertikal, 37 mm horizontal), an denen sich die Konstruktion des gesamten Möbels orientiert.

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