Lowboard in Betonoptik — Wirkung, Pflege & Kombination
Ein Lowboard in Betonoptik ist ein niedriges Kastenmöbel, dessen Oberfläche durch ein bedrucktes und mit Melaminharz versiegeltes Dekor die visuelle und oft auch haptische Struktur von Sichtbeton nachbildet.
Der industrielle Look von Beton hat sich in der modernen Raumgestaltung fest etabliert. Da massiver Beton für den Möbelbau im Innenbereich aufgrund seines enormen Eigengewichts ungeeignet ist, setzen Hersteller auf Holzwerkstoffe. Der Korpus und die Fronten bestehen in der Regel aus einer Spanplatte oder MDF, die mit einer robusten Beschichtung versehen werden. Das Ergebnis ist ein Möbelstück, das die kühle, raue Ästhetik von Beton in das Wohnzimmer bringt, sich aber transportieren, aufbauen und pflegen lässt wie ein klassisches Holzmöbel.
Raumplanung: Die richtige Breite und Proportion wählen
Die Wahl der passenden Maße ist entscheidend für die Raumwirkung. Ein Lowboard Betonoptik dient häufig als Basis für die Unterhaltungselektronik. Die Breite des Möbels sollte dabei immer im Verhältnis zum darauf platzierten Fernseher und der verfügbaren Wandfläche stehen.
Ein Möbelstück in Betonoptik fungiert im Raum wie ein optischer Anker, der die umgebenden, oft helleren Wandflächen erdet. Zu kleine Möbel wirken an großen Wänden schnell verloren, während überdimensionierte Stücke schmale Räume erdrücken.
- Kleine Räume und Nischen: Für kompakte Wohnzimmer oder das Gästezimmer reicht oft ein Lowboard 140 cm oder ein Lowboard 160cm. Diese Breite bietet ausreichend Platz für einen mittelgroßen Bildschirm (bis ca. 55 Zoll) und lässt links und rechts noch etwas Luft für Lautsprecher oder Dekoration.
- Mittlere Wohnzimmer: Das Standardmaß für viele Haushalte liegt bei einem Lowboard 200 cm. Es füllt die Wand gut aus, bietet viel Stauraum für Receiver oder Spielekonsolen und balanciert auch größere Fernseher optisch aus.
- Große Wandflächen: In weitläufigen, offenen Wohnkonzepten kommen breite Modelle wie ein Lowboard 240 cm oder gar ein Lowboard 250 cm zum Einsatz. Diese horizontalen Linien strecken den Raum optisch.
Wenn das Möbelstück primär für die Medientechnik genutzt wird, lohnt sich ein Blick auf spezielle TV-Lowboards & TV-Bänke. Diese verfügen oft über integrierte Kabeldurchlässe in der Rückwand, um den Kabelsalat von Konsolen und Receivern unsichtbar hinter dem Korpus zu verbergen.
Materialkombinationen und Farbgestaltung
Grauer Beton wirkt von Natur aus kühl und sachlich. Um zu verhindern, dass das Wohnzimmer ungemütlich wirkt, wird das Dekor häufig mit anderen Materialien und Farben kombiniert.
- Beton und Holz: Die Kombination mit warmen Holztönen wie Eiche (z. B. Wotan oder Sonoma) bricht die Strenge des Betons. Häufig wird ein grauer Korpus mit holzfarbenen Fronten kombiniert, oder eine betonfarbene Deckplatte ruht auf einem Holzkorpus.
- Beton und Weiß/Beige: Für einen hellen, skandinavisch angehauchten Industrial-Stil lässt sich Betonoptik hervorragend mit Weiß oder sanften Erdtönen kombinieren. Ein Lowboard Beige mit dezenten Betonelementen oder im direkten Kontrast zu einer grauen Wand wirkt modern und leicht.
- Erweiterung des Stauraums: Um ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen, kann das Lowboard mit Möbeln im gleichen Oberflächenfinish ergänzt werden, beispielsweise mit einer Betonoptik Kommode. Dies schafft eine zusammenhängende Wohnwand-Optik, ohne den Raum mit massiven Schrankwänden zuzustellen.
Hinweise zum Aufbau und zur Montage
Möbel zur Selbstmontage erfordern präzises Arbeiten, damit die Spaltmaße am Ende stimmen und Türen sowie Schubladen reibungslos funktionieren. Ein Lowboard besteht meist aus Boden, Deckel, Seitenteilen und vertikalen Trennwänden.
Benötigtes Werkzeug
- Akkuschrauber mit passenden Bits (meist PZ2 für Spanplattenschrauben)
- Holzhammer (für Holzdübel)
- Wasserwaage
- Maßband oder Zollstock
Montageschritte und Beschläge
Die Verbindung der Korpusteile erfolgt bei modernen Bausätzen fast immer über Exzenterverbinder (oft als Minifix bekannt) in Kombination mit Holzdübeln. Der Bolzen wird in das eine Bauteil geschraubt, das Gehäuse in das andere eingesetzt und mit einer halben Drehung arretiert. Dies sorgt für eine stabile, aber wieder lösbare Verbindung.
Verfügt das Lowboard über Türen, werden diese mit Scharnieren befestigt. Hierbei handelt es sich meist um ein Topfband mit einem Bohrdurchmesser von 35 mm. Nach der Montage der Tür muss diese über die Stellschrauben am Scharnier in Höhe, Tiefe und Neigung justiert werden, bis das Fugenbild gleichmäßig ist.
Bei Modellen mit Schubladen kommen Führungsschienen zum Einsatz. Eine einfache Rollenführung ist zweckmäßig, während eine Kugelführung (oft als Vollauszug ausgeführt) einen ruhigeren Lauf und eine höhere Traglast bietet.
Standmontage vs. Wandmontage
Viele Lowboards können entweder auf Möbelfüße gestellt oder hängend an der Wand montiert werden. Die Wandmontage (schwebendes Lowboard) erleichtert die Bodenreinigung und wirkt sehr modern. Hierbei ist jedoch zwingend die Beschaffenheit der Wand zu prüfen. Eine einfache Gipskartonwand ohne Verstärkung trägt das Gewicht eines 200 cm breiten Lowboards samt Fernseher nicht. Für massive Wände aus Ziegel oder Beton müssen Schwerlastdübel und passende Schrauben (oft 8 mm oder 10 mm Dübel) verwendet werden.
Pflege der Melamin-Oberfläche
Die Melaminharzbeschichtung ist äußerst unempfindlich gegenüber Kratzern und Feuchtigkeit. Zur regelmäßigen Reinigung reicht ein leicht feuchtes Baumwolltuch.
- Verzichte auf Mikrofasertücher bei matten oder strukturierten Oberflächen, da diese auf Dauer feine Mikrokratzer hinterlassen können.
- Scheuermilch oder lösungsmittelhaltige Reiniger greifen das Dekor an und sollten vermieden werden.
- Stehendes Wasser auf den Kanten (wo das Umleimer-Band ansetzt) muss zügig weggewischt werden, da sonst Feuchtigkeit in die Spanplatte eindringen und diese aufquellen lassen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Lowboard-Breite passt zu einem 65-Zoll-Fernseher? Ein 65-Zoll-Fernseher ist in der Regel etwa 145 cm breit. Damit das Gerät nicht über die Kanten des Möbels ragt und optisch ausgewogen wirkt, sollte das Möbelstück mindestens 20 bis 30 cm breiter sein. Ein Lowboard 180cm oder breiter ist hier die technisch und optisch sinnvollste Wahl.
Wie viel Gewicht trägt ein Lowboard? Das hängt stark von der Bauart und der Montage ab. Ein stehendes Lowboard mit mittigen Stützfüßen kann problemlos 40 bis 50 kg tragen (ausreichend für schwere Fernseher und HiFi-Geräte). Bei der hängenden Montage wird die Tragkraft primär durch die Wandbeschaffenheit und die verwendeten Dübel limitiert. Die Herstellerangaben zur maximalen Belastbarkeit der Deckplatte müssen zwingend beachtet werden.
Lassen sich Dämpfer bei den Türen nachrüsten? Ja, wenn das verbaute Topfband keine integrierte Dämpfung besitzt, können oft Aufsteckdämpfer für das jeweilige Scharnierfabrikat erworben werden. Alternativ lassen sich separate Türdämpfer zum Einbohren oder Anschrauben im Korpus montieren, die den Schließvorgang abbremsen.
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