Lowboard für die Wohnzimmer — Maße, Lösungen, Ideen

Ein Lowboard ist ein niedriges Kastenmöbel mit einer typischen Höhe zwischen 30 cm und 50 cm, das im Wohnzimmer primär als Stellfläche für Mediengeräte und den Fernseher dient.

Im Gegensatz zum klassischen, raumhohen Wohnzimmerschrank hält ein Lowboard die Wandfläche frei und rückt die Medientechnik in den Mittelpunkt. Für den Heimwerker und Möbelbauer stellt sich bei der Planung oder dem Selbstaufbau oft die Frage nach den richtigen Proportionen, der Belastbarkeit und der cleveren Unterbringung von Kabeln. Dieser Ratgeber liefert die technischen Eckdaten für die Auswahl und Montage.

Maße & Eignung: Breite und Tiefe richtig abstimmen

Die Dimensionierung des Lowboards hängt direkt von der Größe des Fernsehers und der zu verstauenden Technik ab. Ein Bildschirm sollte optisch nicht über die Kanten des Möbels hinausragen. Als Faustregel gilt: Das Board sollte links und rechts jeweils mindestens 10 cm bis 15 cm breiter sein als das TV-Gerät.

Ein 55-Zoll-Fernseher hat eine physische Breite von etwa 123 cm. Hier bildet ein Lowboard 140 cm die absolute Untergrenze. Bei größeren Geräten ab 65 Zoll oder wenn zusätzliche Lautsprecher auf der Deckplatte platziert werden, ist ein breiteres Modell notwendig. Für weitläufige Räume und Heimkino-Setups bietet ein Lowboard 250 cm ausreichend Stellfläche und schafft eine durchgehende, ruhige Linie an der Wand.

Die Tiefe liegt bei Standardmodellen meist zwischen 40 cm und 50 cm. Dies ist ein kritisches Maß, wenn AV-Receiver untergebracht werden sollen. Diese Geräte benötigen inklusive rückseitiger Kabelstecker und vorderer Drehregler oft eine lichte Innentiefe von mindestens 43 cm.

Wie wählen: Material, Dekor und Beschläge

Beim Korpus und den Fronten dominieren Holzwerkstoffe. Eine melaminharzbeschichtete Spanplatte ist kratzfest und pflegeleicht, während Fronten aus MDF (Mitteldichte Faserplatte) oft für lackierte oder tiefgezogene Oberflächen genutzt werden.

Die farbliche Abstimmung beeinflusst die Raumwirkung maßgeblich. Ein TV Lowboard Beige reflektiert das Licht sanft und passt zu Holzfußböden, während ein Lowboard Betonoptik einen kühlen, industriellen Kontrast setzt.

Neben dem Dekor entscheidet die verbaute Beschlagtechnik über die Langlebigkeit. Achte beim Aufbau auf folgende Komponenten:

  • Scharniere: Türen sollten mit einem Topfband ausgestattet sein, das über eine integrierte Soft-Close Dämpfung verfügt. Ein Öffnungswinkel von 110° reicht für normale Klappen und Türen aus.
  • Schubladenführungen: Für Schubkästen, in denen schwere Konsolen oder Spielesammlungen lagern, ist ein Vollauszug ratsam. So lässt sich die Schublade zu 100 % ausziehen, und der hinterste Winkel bleibt erreichbar.
  • Klappenhalter: Bei nach unten öffnenden Fronten verhindern stabile Bremsklappenhalter, dass die Tür ungebremst aufschlägt und die Scharniere ausreißt.

Lösungen für Stauraum und Kabelmanagement

Ein gut geplantes Möbelstück verbirgt die Technik, anstatt sie zu betonen. Um aus dem Lowboard einen funktionalen Wohnzimmerschrank mit viel Stauraum zu machen, ist das Kabelmanagement entscheidend.

Die Rückwand aus dünner HDF (Hochdichte Faserplatte) sollte werksseitig mit Kabelauslässen versehen sein. Ist dies nicht der Fall, kannst du mit einer Lochsäge (Ø 60 mm) passgenaue Bohrungen vornehmen. Ein bewährter Montage-Kniff für Geräte, die auf der Deckplatte stehen: Setze eine Kabeldurchführung für Schreibtisch in die obere Platte des Lowboards ein. So verschwinden die Kabel des Fernsehers direkt im Korpus, ohne hinter dem Möbel herunterzuhängen.

Um eine einheitliche Optik im Raum zu erzielen, lassen sich TV-Lowboards & TV-Bänke durch eine seitlich platzierte, im Dekor identische Wohnzimmer Kommode ergänzen. Dies schafft zusätzlichen Stauraum für Gegenstände, die nichts mit der Medientechnik zu tun haben.

Aufbau und Montage: Tipps für den Heimwerker

Der Aufbau eines Lowboards ist wie das Fundament eines Hauses – wenn die Basis nicht exakt ausgerichtet ist, wirken auch die Spaltmaße der Türen schief.

Benötigtes Werkzeug:

  • Akkuschrauber mit Drehmomenteinstellung
  • Kreuzschlitz-Bit (meist PZ2 für Spanplattenschrauben)
  • Wasserwaage (mindestens 60 cm Länge)
  • Gummihammer für Holzdübel

Arbeite beim Einsetzen der Exzenterverbinder präzise. Der Bolzen muss bündig eingeschraubt werden, damit das Exzentergehäuse beim Anziehen greift. Steht das Lowboard auf dem Boden, justiere die Möbelfüße mithilfe der Wasserwaage, um Unebenheiten des Bodens auszugleichen. Nur bei einem exakt waagerecht stehenden Korpus lassen sich die Fronten später über die Stellschrauben am Scharnier sauber einstellen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie hoch sollte der Fernseher über dem Lowboard hängen?

Die optimale Höhe richtet sich nach der Sitzposition. Die Augenhöhe sollte im Sitzen etwa auf dem oberen Drittel des Bildschirms liegen. Bei einer durchschnittlichen Sitzhöhe von 45 cm und einem Lowboard mit 40 cm Höhe, wird der Fernseher meist direkt auf das Board gestellt oder wenige Zentimeter darüber an die Wand montiert.

Kann ich jedes Lowboard hängend an der Wand montieren?

Nein. Ein Stand-Lowboard ist statisch darauf ausgelegt, das Gewicht über den Unterboden abzuleiten. Für eine Wandmontage muss das Möbelstück über spezielle, justierbare Schrankaufhänger verfügen. Zudem erfordert die Wandmontage massive Wände (Ziegel, Beton) und entsprechende Schwerlastdübel. Bei Trockenbauwänden muss die Unterkonstruktion das Gewicht tragen.

Wie viel Abstand benötigt ein Lowboard zur Wand?

Wenn das Board nicht wandhängend montiert wird, empfiehlt sich ein Abstand von 3 cm bis 5 cm zur Wand. Dies sichert die Luftzirkulation für wärmeproduzierende AV-Receiver und Konsolen im Inneren und bietet ausreichend Platz für dicke HDMI- und Stromkabel, die hinter dem Möbel verlaufen.

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