Kommode für die Wohnzimmer — Maße, Lösungen, Ideen
Eine Wohnzimmerkommode ist ein halbhohes Kastenmöbel mit Schubladen oder Türen, das als primärer Stauraum für Alltagsgegenstände dient und oft als TV-Möbel oder Sideboard genutzt wird. Bei der Planung der Einrichtung steht der Heimwerker vor der Aufgabe, den verfügbaren Platz exakt auszumessen und das Möbelstück passend zu den räumlichen Gegebenheiten sowie den eigenen handwerklichen Fähigkeiten auszuwählen. Ein durchdachtes Konzept für die Wohnzimmer Kommode verhindert, dass der Raum überladen wirkt, und stellt sicher, dass Laufwege frei bleiben.
Maße und Raumplanung: Tiefe, Breite und Proportionen
Die Dimensionierung des Kastenmöbels entscheidet maßgeblich über die Funktionalität im Raum. Im Gegensatz zu einem massiven Wohnzimmerschrank, der oft bis unter die Decke reicht, lassen halbhohe Möbel die Wände atmen. Die entscheidenden Parameter bei der Auswahl sind Tiefe und Breite.
Die richtige Tiefe wählen
Die Tiefe bestimmt, wie weit das Möbelstück in den Raum ragt.
- Schmale Grundrisse: In engen Räumen oder als Durchgangslösung eignen sich Modelle, die 30 cm tief oder 35 cm tief sind. Diese Maße reichen aus, um Bücher, Papiere oder schmale Elektronikgeräte zu verstauen, ohne den Laufweg zu blockieren.
- Standardtiefe: Eine Tiefe von 40 cm - 45 cm gilt als Standard. Hier lassen sich gefaltete Textilien, Aktenordner oder größere Gegenstände problemlos unterbringen.
Die Breite an die Wand anpassen
Die Breite muss im Verhältnis zur verfügbaren Wandfläche stehen.
- Kompakte Lösungen: Für Nischen oder als ergänzendes Element neben einem Sofa ist eine Breite von 70 cm - 75 cm ideal.
- Mittlere Größen: Ein Maß von 100 cm breit bietet ein ausgewogenes Verhältnis von Stauraum zu Stellfläche und wirkt als Einzelstück harmonisch.
- Große Formate: Für lange, leere Wände oder als Basis für große TV-Geräte sind ausladende Modelle gefragt. Hier kommen Varianten ab 200 cm zum Einsatz. Auch eine Kommode 220 cm Breit strukturiert große Räume effektiv und bietet enormen Stauraum auf einer horizontalen Linie.
Material, Dekor und optische Raumwirkung
Beim Selbstaufbau-Möbel bestehen die Korpusbauteile in der Regel aus einer Spanplatte, die mit einer Melaminharzbeschichtung versehen ist. Diese Oberfläche ist kratzfest und pflegeleicht. Fronten werden häufig aus MDF gefertigt, da dieses Material feinere Fräsungen zulässt und sich besser lackieren oder folieren lässt.
Die Farbwahl beeinflusst die wahrgenommene Größe des Raumes:
- Eine Weiße Kommode reflektiert das Tageslicht und lässt den Raum optisch größer und offener wirken.
- Eine Schwarze Kommode oder Modelle in Anthrazit absorbieren Licht. Sie eignen sich hervorragend, um in hellen Räumen starke Kontraste zu setzen oder Technik (wie Fernseher und Lautsprecher) optisch zu integrieren.
- Holzdekore bringen eine natürliche Textur in den Raum. Eine klassische Eiche Kommode wirkt warm, während Modelle in dunklem Holz eine schwerere, klassische Optik erzeugen.
Inneneinteilung: Schubladen vs. Türen
Die Wahl der Inneneinteilung hängt vom geplanten Inhalt ab. Schubladen bieten direkten Zugriff von oben auf den gesamten Inhalt, während Fächer hinter Türen mehr Flexibilität für sperrige Gegenstände bieten.
- Fokus auf Schubladen: Wenn kleinteilige Gegenstände organisiert werden müssen, ist ein Modell mit vielen Auszügen sinnvoll. Eine Kommode 4 Schubladen ist der Klassiker für Dokumente und Zubehör. Für eine feinere Unterteilung des Stauraums kann eine Kommode 8 Schubladen die bessere Wahl sein.
- Auszugsmechaniken: Bei den Schienen unterscheidet man grundlegend. Ein Vollauszug lässt sich zu 100 % aus dem Korpus ziehen, sodass auch der hinterste Bereich bequem erreichbar ist. Ein Teilauszug gibt nur etwa 75 % der Schubladentiefe frei. Die Führung erfolgt meist über eine Kugelführung aus Metall, die hohe Lasten trägt, oder eine einfache Rollenführung.
Selbstmontage: Werkzeug und Ablauf
Der Aufbau eines Kastenmöbels funktioniert wie ein dreidimensionales Puzzle, bei dem die Rückwand die entscheidende Winkelstabilität bringt. Für eine reibungslose Montage sollten Sie den Arbeitsbereich vorbereiten und das richtige Werkzeug bereitlegen.
Benötigtes Werkzeug
- Akku-Schrauber mit passenden Bits (meist PZ2 für Kreuzschlitz)
- Gummihammer für das Eintreiben der Holzdübel
- Wasserwaage zur finalen Ausrichtung
- Maßband
Wichtige Montageschritte
- Korpusverbindung: Moderne Bausätze nutzen Exzenterverbinder. Dabei wird ein Bolzen in das eine Bauteil geschraubt und in das Gegenstück eingeführt. Das Festziehen des runden Exzenters zieht die Platten spaltfrei zusammen.
- Rückwandmontage: Die Rückwand wird entweder in eine gefräste Nut geschoben oder aufgenagelt. Sie muss exakt im rechten Winkel montiert werden, da sich sonst später die Türen und Schubladen nicht korrekt einstellen lassen.
- Schienen und Scharniere: Montieren Sie die Schubladenschienen und die Montageplatten für die Scharniere an den Seitenwänden, bevor Sie den Korpus zusammenbauen. Das Arbeiten auf der flachen Platte ist deutlich ergonomischer.
- Wandbefestigung: Kastenmöbel mit Schubladen verlagern ihren Schwerpunkt nach vorne, wenn mehrere Auszüge gleichzeitig geöffnet werden. Die Befestigung an der Wand mit geeigneten Dübeln und Schrauben ist zwingend erforderlich, um ein Kippen zu verhindern.
FAQ – Häufige Fragen zur Wohnzimmerkommode
Wie richte ich schiefe Schubladen nach dem Aufbau aus?
Die Fronten von Schubladen lassen sich bei hochwertigen Auszügen justieren. Oft befinden sich an der Unterseite der Schublade (bei Unterflurführungen) kleine Einstellräder, mit denen sich die Höhe der Front um ca. 2 mm bis 3 mm korrigieren lässt. Bei seitlich verschraubten Schienen müssen gegebenenfalls die Befestigungsschrauben der Front leicht gelöst, die Blende ausgerichtet und die Schrauben wieder angezogen werden.
Wie stelle ich die Türen richtig ein?
Wenn das Möbelstück über Türen verfügt, werden diese mit einem Topfband am Korpus gehalten. Diese Scharniere bieten eine 3-Wege-Verstellung. Über die vordere Schraube am Scharnierarm lässt sich der seitliche Abstand justieren (Fugenbild). Die hintere Schraube reguliert die Tiefe (Abstand der Tür zum Korpus), und die Schrauben der Montageplatte ermöglichen eine Höhenverstellung.
Welches Maß ist für ein TV-Gerät auf der Kommode nötig?
Wenn das Möbelstück als TV-Board dient, sollte die Breite des Korpus die Breite des Fernsehers um mindestens 10 cm bis 20 cm übersteigen, um optisch stabil zu wirken. Die Tiefe sollte mindestens 35 cm betragen, damit der Standfuß des Fernsehers sicher aufliegt.
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Wenn das Wohnzimmer vollständig eingerichtet ist, lassen sich ähnliche Stauraumkonzepte auch in anderen Räumen anwenden. Für den Schlafbereich gelten abweichende Anforderungen an das Volumen, weshalb eine Schlafzimmer Kommode oft tiefer geschnitten ist, um Kleidung aufzunehmen. Als direkte Ergänzung neben dem Bett bietet sich eine kompakte Nachtkommode an, deren Höhe exakt auf die Matratzenkante abgestimmt sein sollte.
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