Kommode 50 cm tief — für welche Nische & was passt rein?
Eine Kommode mit 50 cm Tiefe bietet das Stauraumvolumen eines schmalen Kleiderschranks, beansprucht aber deutlich weniger vertikale Wandfläche.
Wer seinen Wohnraum plant, stößt bei der Möbelwahl schnell auf Standardmaße. Während klassische Sideboards meist zwischen 35 cm und 40 cm in den Raum ragen und vollwertige Kleiderschränke 60 cm benötigen, besetzt die 50 cm tiefe Kommode eine wichtige Nische. Sie ist das Raumwunder der Möbelwelt – vergleichbar mit dem Kofferraum eines Kombis, der von außen kompakt wirkt, aber im Inneren auch sperriges Gut problemlos schluckt.
In diesem Ratgeber klären wir, für welche Raumsituationen dieses Maß ideal ist, was genau hineinpasst und worauf Heimwerker beim Aufbau achten müssen.
Warum eine Tiefe von 50 cm? (Der Unterschied zum Standard)
Der entscheidende Faktor bei einer Tiefe von 50 cm ist die Nutzbarkeit der Fläche. Bei einer Standardkommode lassen sich Kleidungsstücke wie T-Shirts oder Pullover meist nur in einer einzigen Reihe hintereinanderlegen. Bei 50 cm Tiefe ändert sich die Geometrie des Stauraums drastisch.
Hier können zwei Stapel normal großer T-Shirts bequem hintereinander platziert werden. Auch dicke Winterpullover, Bettwäsche oder Handtücher, die in flacheren Möbeln an die Rückwand stoßen und ein Schließen der Schublade verhindern, finden hier ausreichend Platz. Daher wird dieses Maß besonders häufig für eine Schlafzimmer Kommode gewählt, wenn der reguläre Kleiderschrank aus allen Nähten platzt oder aufgrund von Dachschrägen gar kein hoher Schrank gestellt werden kann.
Was passt in eine 50 cm tiefe Kommode? (Stauraum-Check)
Die Aufteilung entscheidet über die Funktionalität. Eine Kommode 4 Schubladen mit einer Tiefe von 50 cm ist primär für voluminöse Textilien gedacht.
Damit der tiefe Stauraum nicht zum schwarzen Loch wird, spielt die verbaute Beschlagtechnik eine zentrale Rolle. Bei dieser Tiefe ist ein Vollauszug stark zu empfehlen. Ein Vollauszug lässt sich zu 100 % ausziehen, sodass auch der hinterste Stapel Socken bequem erreichbar bleibt. Ein Teilauszug gibt hingegen nur rund 75 % der Schublade frei, was bei 50 cm Tiefe bedeutet, dass gut 12 cm bis 15 cm im Korpus verborgen bleiben.
Typisches Füllgut für 50 cm Tiefe:
- Gefaltete Bettdecken und dicke Winterbettwäsche
- Zwei Reihen Erwachsenen-Kleidung (Shirts, Hosen) hintereinander
- Ordner und Büromaterial (ein Standard-Aktenordner ist knapp 29 cm tief, hier passt noch eine Box davor)
- Sperriges Werkzeug oder Hobbyausrüstung
Für welche Räume und Nischen eignet sich dieses Maß?
Nicht jeder Raum verträgt ein Möbelstück, das einen halben Meter in den Laufweg ragt. Die Platzierung erfordert Planung.
Im Schlafzimmer: Hier spielt die Kommode ihre Stärken voll aus. Sie dient oft als Ergänzung zu einem flachen Kleiderschrank oder als alleiniges Stauraummöbel in Räumen mit starken Dachschrägen (Kniestock).
Im Flur: In schmalen Schläuchen ist eine 50 cm tiefe Kommode meist deplatziert, da sie den Durchgang blockiert. In quadratischen Dielen oder unter einer offenen Treppe füllt sie jedoch ungenutzte Nischen ideal aus und bietet Platz für Winterjacken, Mützen und Schals.
Optische Wirkung durch Material und Farbe: Ein tiefes Möbelstück wirkt massiv. Die Wahl der Oberfläche beeinflusst die Raumwirkung enorm. Eine Weiße Kommode tritt optisch in den Hintergrund und lässt den Raum heller wirken, was bei tiefen Korpussen in kleinen Räumen ein klarer Vorteil ist. Eine Schwarze Kommode oder eine Dunkles Holz Kommode setzt hingegen einen starken, schweren Akzent und benötigt ausreichend Freiraum um sich herum, um nicht erdrückend zu wirken. Gefertigt sind diese Möbel meist aus Spanplatte oder MDF, die mit einer robusten Melaminbeschichtung versehen sind.
Aufbau und Montage: Darauf müssen Heimwerker achten
Der Aufbau einer tiefen Kommode unterscheidet sich in einigen Punkten von schmaleren Modellen. Das Eigengewicht der Bauteile sowie das spätere Füllgewicht erfordern präzises Arbeiten.
Benötigtes Werkzeug:
- Akkuschrauber mit passenden Bits (meist PZ2 oder TX20)
- Wasserwaage
- Holzhammer (für Holzdübel)
- Maßband
1. Korpus ausrichten: Tiefe Kommoden verzeihen unebene Böden schlechter. Bevor die Rückwand genagelt oder geschraubt wird, muss der Korpus im rechten Winkel stehen. Messen Sie dazu die Diagonalen der Rückseite – sind beide Maße auf den Millimeter identisch, ist der Korpus im Winkel.
2. Schubladenführungen montieren: Die Schienen (meist eine Kugelführung) werden in die vorgebohrten Löcher des System 32 geschraubt. Achten Sie darauf, die Schrauben gerade einzudrehen, da schiefe Schraubenköpfe später am Laufwagen schleifen können.
3. Wandbefestigung (Kippschutz): Dies ist der wichtigste Schritt. Eine 50 cm tiefe Schublade, die voll beladen mit Bettwäsche herausgezogen wird, verlagert den Schwerpunkt der Kommode extrem nach vorne. Um ein Vornüberkippen zu verhindern, muss das Möbelstück zwingend mit geeigneten Dübeln und Schrauben an der Wand gesichert werden. Verlassen Sie sich nicht auf das Eigengewicht des Möbels.
Alternativen: Wenn 50 cm zu tief sind
Stellen Sie beim Ausmessen (mit Kreppband auf dem Boden abkleben hilft!) fest, dass 50 cm zu viel des Guten sind und der Laufweg zu eng wird, müssen Sie in der Tiefe reduzieren. Für Flure oder schmale Gästezimmer gibt es abgestufte Alternativen, die den Raum entlasten:
- Kommode Tiefe 45 cm: Ein guter Kompromiss, der noch fast das Volumen eines Kleiderschranks bietet.
- Kommode Tiefe 40 cm: Das klassische Maß für Wohnzimmer und breite Flure.
- Kommode Tiefe 35 cm: Ideal für engere Durchgänge, Papiere und einreihige Kleidung.
- Kommode Tiefe 30 cm: Der Problemlöser für sehr schmale Flure, vorrangig als Schuhschrank oder für Kleinigkeiten genutzt.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann eine 50 cm tiefe Kommode einen Kleiderschrank ersetzen? Für gefaltete Kleidung wie Pullover, Hosen und T-Shirts ja. Durch die Tiefe lassen sich zwei Reihen hintereinanderlegen. Für hängende Kleidung (Hemden, Kleider) fehlt logischerweise die Höhe und eine Kleiderstange.
Welche Auszüge sind bei tiefen Kommoden sinnvoll? Bei 50 cm Tiefe sollte zwingend ein Vollauszug verbaut sein. Nur so können Sie den gesamten Schubladenkasten aus dem Korpus ziehen und erreichen auch die hintersten Gegenstände, ohne blind wühlen zu müssen.
Muss eine tiefe Kommode an der Wand befestigt werden? Ja, absolut. Durch die langen Hebelwege beim Herausziehen voll beladener Schubladen entsteht eine massive Gewichtsverlagerung nach vorne. Ein Kippschutz ist unerlässlich, besonders wenn Kinder im Haushalt leben.
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