EMIL Kommode aufbauen — Aufbauanleitung
Der fachgerechte Aufbau der EMIL Kommode erfordert das systematische Verschrauben des Korpusses über Exzenterverbinder und die exakte Ausrichtung der Schubladenführungen, um ein klemmenfreies Öffnen und Schließen zu gewährleisten.
Die Möbelserie EMIL zeichnet sich durch klare Linien und eine modulare Bauweise aus. Je nach gewählter Variante bietet die Serie flexible Raumlösungen: Eine schmale Variante mit lediglich 30 cm oder 35 cm Tiefe eignet sich hervorragend für enge Flure, während breitere Modelle mit 70 cm, 75 cm oder gar 100 cm Breite viel Stauraum für Wohnbereiche bieten. Auch farblich variieren die Bauteile – von klassischen Dekoren als Weiße Kommode über die markante Schwarze Kommode bis hin zur natürlichen Holz Kommode.
Egal, für welche Ausführung Sie sich entschieden haben: Das grundlegende Montageprinzip bleibt identisch. Diese Anleitung führt Sie Schritt für Schritt durch den Aufbauprozess.
Lieferumfang und Vorbereitung
Bevor Sie zum Werkzeug greifen, empfiehlt es sich, alle Kartons vorsichtig zu öffnen und den Inhalt auf Vollständigkeit zu prüfen. Legen Sie die Bauteile wie auf einem chirurgischen Instrumententisch sortiert bereit – das erspart später langes Suchen und verhindert Montagefehler.
Im Lieferumfang finden Sie in der Regel:
- Seitenteile, Bodenplatte und Deckelplatte (meist aus melaminbeschichteter Spanplatte)
- Schubladenfronten, -seiten und -rückwände
- Schubladenböden und Möbelrückwand (oft als dünne HDF-Platte ausgeführt)
- Beschlagbeutel: Holzdübel, Exzenterverbinder (Bestehend aus Bolzen und Gehäuse), Spanplattenschrauben, Nägel
- Schubladenschienen (je nach Modell als Rollenführung oder Kugelführung)
- Möbelfüße oder Gleiter
- Griffe inklusive passender Gewindeschrauben
Benötigtes Werkzeug
Für die Montage der EMIL Serie benötigen Sie kein Spezialwerkzeug. Eine solide Grundausstattung reicht aus:
- Kreuzschlitzschraubendreher (Größe PZ 2 oder PH 2, je nach Schraubenkopf)
- Kleiner Hammer (idealerweise ein Gummihammer für die Dübel)
- Maßband oder Zollstock
- Wasserwaage
- Akkuschrauber (optional, aber hilfreich für lange Schrauben – stellen Sie das Drehmoment niedrig ein!)
- Bohrmaschine (für die spätere Wandbefestigung)
Planen Sie für den Aufbau, je nach Erfahrung und Modellgröße (z. B. eine Kommode 4 Schubladen geht schneller als eine Kommode 8 Schubladen), etwa 1,5 bis 2,5 Stunden ein. Der Aufbau lässt sich gut alleine bewerkstelligen, eine zweite Person ist jedoch beim Aufstellen des Korpusses hilfreich.
Schritt-für-Schritt Aufbauanleitung
Schritt 1: Vorbereitung der Korpus-Teile
Legen Sie die beiden großen Seitenteile flach auf den Boden (nutzen Sie den Karton als Unterlage, um Kratzer im Dekor zu vermeiden).
- Schlagen Sie die Holzdübel in die dafür vorgesehenen, nicht durchgehenden Bohrungen ein. Ein Tropfen Holzleim (falls vorhanden) erhöht die spätere Stabilität.
- Drehen Sie die Einschraubbolzen der Exzenterverbinder in die kleinen, vorgebohrten Löcher (meist 5 mm Durchmesser).
- Montieren Sie nun die Schubladenschienen an den Seitenteilen. Achten Sie genau auf die Anleitung: Die Schienen müssen an den vorgegebenen Punkten (oft im System 32 Raster) mit kurzen Spanplattenschrauben fixiert werden. Die Öffnung der Schiene muss zur Vorderkante des Seitenteils zeigen.
Schritt 2: Korpus montieren
- Stecken Sie die Bodenplatte und eventuelle Querstreben auf die Holzdübel und Bolzen des ersten Seitenteils.
- Setzen Sie die runden Gehäuse der Exzenterverbinder in die großen, runden Fräsungen der Bodenplatte ein. Der kleine Pfeil auf dem Gehäuse muss in Richtung des Bolzens zeigen.
- Drehen Sie das Gehäuse mit dem Schraubendreher um etwa 180° im Uhrzeigersinn, bis der Bolzen fest angezogen ist.
- Wiederholen Sie diesen Vorgang mit der Deckelplatte und setzen Sie abschließend das zweite Seitenteil von oben auf. Verschrauben Sie auch hier alle Verbinder.
Schritt 3: Rückwand anbringen (Wichtig für die Stabilität)
Der Korpus ist noch instabil. Erst die Rückwand verleiht dem Möbelstück seine Winkelsteifigkeit.
- Drehen Sie den Korpus vorsichtig mit der Vorderseite nach unten.
- Messen Sie mit dem Maßband die beiden Diagonalen des Korpusses (von Ecke zu Ecke). Sind beide Maße auf den Millimeter genau identisch, ist der Korpus im perfekten rechten Winkel.
- Legen Sie die HDF-Platte bündig auf.
- Nageln Sie die Rückwand im Abstand von etwa 10 cm bis 15 cm rundherum an den Kanten fest.
Schritt 4: Schubladen zusammenbauen
Das Zusammenbauen der Schubladen ist reine Fleißarbeit, besonders wenn Sie sich für eine Variante mit vielen Auszügen entschieden haben.
- Verbinden Sie die Schubladenseiten mit der Schubladenrückwand (meist über lange Spanplattenschrauben).
- Schieben Sie den dünnen Schubladenboden in die genuteten Seitenteile ein.
- Bereiten Sie die Frontplatte vor: Holzdübel und Exzenterbolzen eindrehen.
- Stecken Sie die Frontplatte auf die Schubladenseiten und verriegeln Sie die Exzenterverbinder.
- Schrauben Sie die Griffe von hinten an die Front.
- Montieren Sie die Gegenstücke der Schubladenführungen an den unteren Außenkanten der Schublade.
Schritt 5: Aufstellen und Justieren
Stellen Sie die Kommode an ihren Bestimmungsort. Wenn Sie die Kommode als Schlafzimmer Kommode nutzen, achten Sie darauf, dass sie nicht zu nah an Heizkörpern steht. Prüfen Sie mit der Wasserwaage, ob das Möbelstück gerade steht. Gleichen Sie Unebenheiten des Bodens gegebenenfalls durch Unterlegen kleiner Keile oder durch das Einstellen der Möbelfüße aus.
Schieben Sie nun die Schubladen in die Führungen ein. Bei einer Kugelführung müssen die Schienen oft mit einem leichten Widerstand einrasten.
Wandbefestigung und Kippschutz
Möbelstücke mit einer geringen Tiefe von beispielsweise 30 cm neigen zum Kippen, sobald mehrere schwer beladene Schubladen gleichzeitig geöffnet werden. Daher ist eine Wandbefestigung zwingend erforderlich. Nutzen Sie den beiliegenden Kippschutz-Winkel. Bohren Sie mit einer Bohrmaschine ein Loch in die Wand und verwenden Sie einen Dübel, der zu Ihrer Wandbeschaffenheit (Beton, Mauerwerk, Gipskarton) passt. Schrauben Sie den Winkel fest an die Wand und anschließend an die Deckelplatte oder das hintere Querholz der Kommode.
Tipps & häufige Stolpersteine
- Spaltmaße ungleichmäßig: Wenn die Schubladen schief hängen oder die Spaltmaße zwischen den Fronten nicht stimmen, steht der Korpus meist nicht im Wasser (waagerecht). Überprüfen Sie den Stand mit der Wasserwaage.
- Rückwand steht über: Wenn die Diagonalen in Schritt 3 nicht exakt ausgerichtet wurden, ist der Korpus windschief. Die Rückwand lässt sich dann nicht bündig aufnageln und die Schubladen klemmen später.
- Schrauben drehen durch: Wenn Sie einen Akkuschrauber verwenden, stellen Sie das Drehmoment nicht zu hoch ein. Die Spanplatte kann sonst ausreißen und die Schraube findet keinen Halt mehr.
- Optik im Raum: Dunkle Möbel wie eine Graue Kommode wirken in kleinen Räumen oft wuchtig. Achten Sie hier auf eine ausreichende Beleuchtung im Raum, um die Konturen des Möbels hervorzuheben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich die Schubladen bei einem Umzug problemlos herausnehmen? Ja. Bei einer einfachen Rollenführung ziehen Sie die Schublade bis zum Anschlag heraus und heben sie dann leicht an, um die Rollen über die Arretierung zu heben. Bei einer Kugelführung befindet sich an der Seite der Schiene meist ein kleiner Kunststoffhebel, der nach oben oder unten gedrückt werden muss, um die Schublade komplett zu entriegeln.
Was tun, wenn ein Holzdübel zu locker sitzt? Toleranzen bei der Bohrung kommen vor. Geben Sie einen Tropfen handelsüblichen Holzleim in das Bohrloch, stecken Sie den Dübel ein und lassen Sie den Leim etwa 30 Minuten aushärten, bevor Sie mit der Montage fortfahren.
Die Schublade schließt nicht bündig mit dem Korpus ab. Woran liegt das? Überprüfen Sie, ob die Schubladenschienen am Korpus exakt in den vorgegebenen Löchern verschraubt wurden. Oft reicht es schon, wenn eine Schiene um 2 mm versetzt montiert wurde, damit die Front nicht mehr sauber schließt.
Die EMIL Serie im Überblick
Die korrekte Montage legt den Grundstein für die Langlebigkeit Ihrer Möbel. Durch die genormten Verbindungen und Beschläge lässt sich die EMIL Serie systematisch aufbauen. Achten Sie stets auf die korrekte Ausrichtung des Korpusses und die sichere Wandbefestigung. Die modularen Eigenschaften der Serie erlauben es, das Möbelstück exakt an die räumlichen Gegebenheiten anzupassen – sei es als flaches Sideboard im Wohnzimmer oder als hohes Stauraumwunder im Ankleidebereich.
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