EMIL Highboard aufbauen — Aufbauanleitung

Der Aufbau des EMIL Highboards erfordert systematisches Vorgehen, passendes Werkzeug und dauert für einen geübten Heimwerker etwa 90 bis 120 Minuten.

Das EMIL Highboard ist eine typische Stauraumlösung für schmale Räume. Mit einer geringen Tiefe von oft nur 30 cm bis 35 cm und einer kompakten Breite von beispielsweise 70 cm oder 75 cm passt es ideal in schmale Flure oder enge Nischen im Wohnzimmer. Gefertigt aus robuster Spanplatte mit einer Melaminbeschichtung – häufig im Dekor Wotan Eiche oder in einer matten schwarzen Ausführung – ist das Möbelstück auf Langlebigkeit ausgelegt.

Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Montageprozess, von der Vorbereitung des Werkzeugs bis zum finalen Ausrichten der Türen. Die Prinzipien gelten für nahezu alle Highboards dieser Bauart.

Benötigtes Werkzeug und Vorbereitung

Ein reibungsloser Aufbau beginnt mit der richtigen Vorbereitung. Ein Möbelstück aufzubauen ist wie ein mechanisches Puzzle – Gewalt ist immer der falsche Weg, wenn ein Teil nicht sofort passt. Sorgen Sie für eine freie, saubere Arbeitsfläche auf dem Boden. Nutzen Sie den flach ausgebreiteten Versandkarton oder eine Decke als Unterlage, um Kratzer an den Bauteilen zu vermeiden.

Legen Sie folgendes Werkzeug bereit:

  • Kreuzschlitzschraubendreher (Profil PZ oder PH, je nach beiliegenden Schrauben)
  • Kleiner Gummihammer (für Holzdübel)
  • Maßband oder Zollstock
  • Wasserwaage
  • Bohrmaschine und passender Steinbohrer (für die Wandbefestigung)
  • Optional: Akkuschrauber (nur auf niedriger Drehmomentstufe nutzen, um das Holz nicht zu beschädigen)

Kontrollieren Sie vor dem ersten Schritt den Lieferumfang anhand der beiliegenden Stückliste. Sortieren Sie alle Schrauben, Bodenträger und Scharniere in kleine Schalen. So entfällt die Suche nach Kleinteilen während der Montage.

Aufbau Schritt-für-Schritt

Schritt 1: Den Korpus montieren

Der Korpus bildet das Grundgerüst. Die Verbindung der Seitenwände mit dem Boden und dem Deckel erfolgt meist über Holzdübel und Exzenterverbinder.

  1. Geben Sie bei Bedarf einen winzigen Tropfen Holzleim in die vorgebohrten Löcher für die Dübel. Schlagen Sie die Holzdübel leicht mit dem Gummihammer in die Stirnseiten der Einlege- und Bodenplatten ein.
  2. Schrauben Sie die Verbindungsbolzen der Exzenterverbinder in die dafür vorgesehenen kleinen Löcher der Seitenwände. Achten Sie darauf, sie gerade einzudrehen.
  3. Stecken Sie die Bodenplatte, den Deckel und eventuelle feste Zwischenböden auf die Bolzen der Seitenwand.
  4. Setzen Sie die runden Exzenter-Gehäuse in die großen Bohrungen der horizontalen Platten ein. Der kleine Pfeil auf dem Gehäuse muss in Richtung des Bolzens zeigen.
  5. Drehen Sie die Exzenter mit dem Schraubendreher um etwa 180° im Uhrzeigersinn, bis sie spürbar festziehen. Die Platten sind nun fugenlos miteinander verbunden.

Schritt 2: Die Rückwand anbringen

Die Rückwand gibt dem Möbelstück seine finale Stabilität und verhindert, dass es sich verzieht.

  1. Legen Sie den montierten Korpus mit der Vorderseite nach unten auf Ihre Schutzunterlage.
  2. Legen Sie die Rückwand (meist eine dünne HDF-Platte) bündig auf.
  3. Messen Sie mit dem Maßband die beiden Diagonalen des Korpus (von Ecke zu Ecke). Sind beide Maße auf den Millimeter genau identisch, ist der Schrank exakt im rechten Winkel.
  4. Nageln oder schrauben Sie die Rückwand fest. Beginnen Sie in einer Ecke, arbeiten Sie sich entlang einer langen Seite vor und kontrollieren Sie zwischendurch immer wieder den Winkel. Der Abstand der Nägel sollte etwa 10 cm bis 15 cm betragen.

Schritt 3: Füße oder Sockel montieren

Bevor Sie das Möbelstück aufstellen, werden die Möbelfüße montiert. Je nach Modell der EMIL Serie handelt es sich um flache Kunststoffgleiter oder höhere, angewinkelte Füße. Verschrauben Sie diese durch die vorgebohrten Löcher im Unterboden. Handelt es sich um ein Highboard Schwarz mit passenden schwarzen Metallfüßen, achten Sie darauf, die Schrauben nicht zu überdrehen, da das Metallgewinde sonst das Holz ausreißen kann.

Stellen Sie den Korpus nun zu zweit aufrecht hin.

Schritt 4: Türen einhängen und Scharniere montieren

Die Türen werden mit klassischen Topfbändern befestigt. Der Durchmesser der Topfbohrung in der Tür beträgt standardmäßig 35 mm.

  1. Drücken Sie den Scharniertopf in die große Bohrung der Tür und verschrauben Sie ihn mit den kleinen beiliegenden Spanplattenschrauben (oft 3,5 mm x 15 mm).
  2. Befestigen Sie die Kreuzmontageplatte an den vorgebohrten Löchern der Korpus-Innenseite.
  3. Führen Sie die Tür an den Korpus heran und schieben Sie den Scharnierarm auf die Montageplatte. Bei modernen Clip-Scharnieren rastet der Arm mit einem hörbaren Klicken ein. Bei älteren Systemen ziehen Sie die Fixierschraube am Scharnierarm fest.
  4. Bei Modellen mit Eckanschlag liegt die Tür bei geschlossenem Zustand bündig auf der Korpusseite auf.

Schritt 5: Einlegeböden einsetzen

Im Inneren des Schranks befinden sich vertikale Lochreihen, das sogenannte System 32. Der Abstand der Löcher beträgt exakt 32 mm. Stecken Sie die kleinen Bodenträger aus Metall oder Kunststoff auf der gewünschten Höhe in die Löcher (meist 5 mm Durchmesser). Legen Sie anschließend die Einlegeböden auf.

Wandbefestigung und Kippschutz

Ein schmales Möbelstück mit einer Höhe von über 100 cm und einer Tiefe von lediglich 30 cm bis 35 cm hat einen ungünstigen Schwerpunkt – besonders wenn die Türen geöffnet werden oder schwere Gegenstände auf den oberen Böden liegen. Eine Wandbefestigung ist zwingend erforderlich.

  1. Schieben Sie das Highboard an den gewünschten Standort.
  2. Richten Sie es mit der Wasserwaage exakt aus. Nutzen Sie bei unebenen Böden kleine Unterlegkeile.
  3. Markieren Sie die Position für den Kippschutz an der Wand. Oft liegt ein einfacher Metallwinkel oder ein Textilgurt bei.
  4. Bohren Sie das Loch in die Wand, setzen Sie einen passenden Dübel ein (z. B. für Beton oder Gipskarton) und verschrauben Sie die Halterung fest mit der Wand und dem Schrankdeckel.

Diese Sicherheitsmaßnahme gilt für alle höheren Highboards und ist ein entscheidender Schritt für die Stabilität.

Tipps & häufige Stolpersteine

  • Türen schleifen oder sind schief: Dies ist der häufigste Fall nach dem Aufbau. Topfbänder lassen sich in drei Dimensionen einstellen. Die vordere Schraube am Scharnierarm reguliert die seitliche Position (Fuge zwischen Tür und Korpus). Die hintere Schraube verstellt die Tiefe (Abstand der Tür zum Korpus). Die Schrauben an der Kreuzmontageplatte erlauben eine Höhenverstellung um meist +/- 2 mm.
  • Schrauben drehen durch: Wenn Sie einen Akkuschrauber verwenden, stellen Sie die Rutschkupplung auf eine niedrige Stufe. Spanplatte verzeiht kein Überdrehen. Ist ein Loch bereits ausgerissen, kann ein Tropfen Holzleim gemischt mit Sägespänen das Loch wieder füllen.
  • Spaltmaße prüfen: Bevor Sie die Türen final einstellen, muss das Möbelstück exakt im Wasser stehen und an der Wand fixiert sein. Ein unebener Boden verzieht den Korpus, was sich direkt auf die Spaltmaße der Türen auswirkt.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert der Aufbau des EMIL Highboards? Ein geübter Heimwerker benötigt etwa 90 Minuten. Wer selten Möbel aufbaut, sollte rund zwei Stunden einplanen. Arbeiten Sie im Idealfall zu zweit, besonders beim Aufrichten des Korpus.

Was mache ich, wenn ein Bauteil fehlt? Prüfen Sie zunächst alle Verpackungsmaterialien gründlich. Manchmal verbergen sich kleine Tütchen mit Beschlägen in Hohlräumen der Kartonage. Fehlt tatsächlich ein Exzenterverbinder oder ein Scharnier, dokumentieren Sie die Teilenummer aus der Aufbauanleitung, um gezielt Ersatz zu beschaffen.

Kann ich die Türen auch auf der anderen Seite anschlagen? Das hängt von den vorgebohrten Löchern ab. Bei vielen Modellen, gerade bei kompakten Highboards mit nur einer Tür, sind die Seitenwände symmetrisch gebohrt. Ist dies der Fall, können Sie die Kreuzmontageplatte auf der gegenüberliegenden Seite montieren.

Wie reinige ich die Oberflächen nach dem Aufbau? Entfernen Sie Sägestaub und Fingerabdrücke mit einem leicht feuchten, weichen Tuch. Besonders bei einem matten Highboard Schwarz sollten Sie auf aggressive Reiniger oder Mikrofasertücher mit harter Struktur verzichten, da diese die Melaminbeschichtung zerkratzen können.

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