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Eine Kommode mit 5 Schubladen ist ein kompaktes Kastenmöbel zur Selbstmontage, das durch seine gezielte Aufteilung maximalen Stauraum auf einer definierten Grundfläche bietet. Ob als hohes, schmales Möbelstück (Hochkommode) oder als breites Sideboard ausgeführt, die Struktur mit fünf Auszügen ermöglicht eine präzise Organisation von Kleidung, Dokumenten oder Haushaltsgegenständen. Für den Heimwerker stellt der Aufbau eines solchen Möbels eine überschaubare, aber detailreiche Aufgabe dar, bei der es vor allem auf die exakte Montage der Führungsschienen und die rechtwinklige Ausrichtung des Korpus ankommt.
In diesem Ratgeber erfahren Sie im Detail, wie diese Möbel konstruiert sind, welche Beschlagtechnik zum Einsatz kommt, worauf Sie bei den Maßen achten müssen und wie der Aufbau reibungslos gelingt.
Bauformen, Maße und Raumplanung
Die Geometrie einer Kommode bestimmt ihren Einsatzzweck. Fünf Schubladen lassen sich auf unterschiedliche Weise im Korpus anordnen. Die Wahl der richtigen Abmessungen ist entscheidend für die Ergonomie und die Nutzbarkeit im jeweiligen Raum.
Die Hochkommode (Highboy)
Diese Variante stapelt alle fünf Schubladen vertikal übereinander. Sie ist ideal für Räume mit wenig Stellfläche.
- Breite: Typischerweise zwischen 40 cm und 60 cm.
- Höhe: Meist zwischen 100 cm und 120 cm.
- Tiefe: Standardmäßig 35 cm bis 40 cm.
Diese schmalen klassischen Kommoden eignen sich hervorragend für Nischen im Schlafzimmer oder als ergänzender Stauraum im Badezimmer.
Das breite Sideboard (Sideboard with drawers)
Hier werden die fünf Schubladen oft asymmetrisch angeordnet – beispielsweise zwei schmale Auszüge nebeneinander im oberen Bereich und drei breite Auszüge darunter.
- Breite: Ein chest of drawers 100cm wide oder sogar ein chest of drawers 160cm wide bietet eine große obere Ablagefläche.
- Höhe: Meist zwischen 75 cm und 90 cm.
- Tiefe: 40 cm bis 45 cm.
Ein solches sideboard with drawers wird häufig im Wohnzimmer oder im Essbereich platziert, da die Deckplatte Platz für Dekoration, Leuchten oder Mediengeräte bietet.
Raum-Konzepte und Stile
Die optische Gestaltung reicht von modernen, grifflosen Fronten bis hin zu traditionellen Designs. Ein wood dresser white drawers (weiße Kommode in Holzoptik) fügt sich nahtlos in skandinavisch eingerichtete Schlafzimmer ein. Wer es klassischer mag, greift vielleicht zu Modellen, die sich am Stil einer chesterfield kommode oder eines sideboard chester orientieren – oft gekennzeichnet durch dunklere Dekore, markante Griffe und eine robustere Rahmenoptik. Unabhängig vom Design bleibt die grundlegende Konstruktion der Schubladenkommoden jedoch stets ähnlich.
Materialien und Konstruktion des Korpus
Möbel zur Selbstmontage bestehen in der Regel aus Holzwerkstoffen, die für den industriellen Zuschnitt und die Vorbohrungen (oft im System 32) optimiert sind.
- Spanplatte: Der Standard für Korpus und Fronten. Die Platten sind meist 16 mm oder 18 mm stark und beidseitig melaminbeschichtet. Diese Kunstharzoberfläche macht das Möbelstück kratzfest und feuchtigkeitsabweisend. Beliebte Dekore sind Weiß matt, Hochglanz-Weiß, Sonoma Eiche, Wotan Eiche oder Kontrastdesigns wie „black/old wood“.
- MDF (Mitteldichte Faserplatte): Wird häufig für aufwendiger gestaltete Fronten verwendet, da sich MDF besser fräsen lässt als Spanplatte. MDF-Fronten werden oft foliert oder lackiert.
- HDF (Hochdichte Faserplatte): Kommt als Rückwand und als Schubladenboden zum Einsatz. Die Stärke beträgt hier meist 2,5 mm bis 3 mm.
- ABS-Kanten: Die sichtbaren Schnittkanten der Spanplatten werden mit stoßfesten ABS-Kunststoffkanten (oft 0,5 mm bis 2 mm stark) maschinell verleimt, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern.
Die Technik: Schubladenführungen im Detail
Das Herzstück jeder Kommode sind die Auszüge. Wer nach drawers oder spezifisch nach soft close drawers sucht, interessiert sich für die Mechanik, die das tägliche Öffnen und Schließen definiert. Die Qualität eines Chest of drawers steht und fällt mit den verwendeten Führungsschienen.
Teilauszug vs. Vollauszug
- Teilauszug: Die Schublade lässt sich zu etwa 75 % bis 80 % aus dem Korpus herausziehen. Der hintere Teil bleibt im Schrank. Dies verhindert ein Kippen des Möbels bei starker Belastung, erschwert aber den Zugriff auf Gegenstände im hinteren Bereich.
- Vollauszug: Die Schublade lässt sich zu 100 % herausziehen. Der gesamte Inhalt ist sofort sichtbar und greifbar. Vollauszüge erfordern robustere Schienen (meist Teleskop-Kugelführungen) und erfordern zwingend eine Wandbefestigung der Kommode, um ein Vornüberkippen zu verhindern.
Arten von Führungsschienen
Die Wahl der Schiene bestimmt die Laufruhe und die Tragkraft (meist angegeben in kg, z. B. 15 kg, 25 kg oder 30 kg pro Schublade).
- Rollenführung: Der Klassiker im Einstiegssegment. Eine Metallschiene mit einer Kunststoffrolle. Einfach zu montieren, verzeiht leichte Toleranzen beim Aufbau, hat aber eine geringere Tragkraft und läuft etwas lauter.
- Kugelführung: Seitlich montierte Teleskopschienen, bei denen kleine Stahlkugeln in einem Käfig laufen. Sie bieten eine hohe Tragkraft und einen sehr ruhigen Lauf.
- Unterflurführung: Die Schiene wird unsichtbar unter dem Schubladenboden montiert. Dies sorgt für eine cleane Optik an den Seiten der geöffneten Schublade. Systeme wie quadro channels for drawers (oft von Herstellern wie Hettich) oder blum drawers nutzen diese Technik für höchste Stabilität und Laufruhe.
Komfortfunktionen: Soft-Close vs. Push-to-Open
Diese beiden Mechanismen werden oft verwechselt, schließen sich in ihrer reinen mechanischen Form aber gegenseitig aus, da sie völlig unterschiedliche Zwecke erfüllen.
- Soft-Close (Dämpfung): Ein Mechanismus, der die Schublade auf den letzten Zentimetern (meist den letzten 30 mm bis 50 mm) des Schließvorgangs abfängt. Ein kleiner Gasdruckdämpfer oder Öldämpfer bremst den Schwung ab, und eine Feder zieht die Schublade sanft und geräuschlos komplett zu. Wer gezielt nach soft close slides for drawers oder ikea kitchen soft close drawers sucht, wünscht sich dieses leise Schließen.
- Push-to-Open (Tip-On): Eine Lösung für grifflose Fronten. Durch leichten Druck auf die Front wird ein federgelagerter Stift ausgelöst, der die Schublade einige Zentimeter aufstößt, sodass sie mit der Hand gegriffen werden kann. Zum Schließen muss die Schublade gegen den Widerstand der Feder wieder zugedrückt werden, bis der Mechanismus einrastet. Wer push to open drawers oder hettich push to open drawers montiert, entscheidet sich für eine minimalistische Optik ohne Griffe.
Anwendungsbereiche für Kommoden mit 5 Schubladen
Dank der Unterteilung in fünf separate Zonen lassen sich Sideboards mit Schubladen in nahezu jedem Raum sinnvoll integrieren.
Schlafzimmer und Ankleide
Im Schlafzimmer (bedroom drawers oder drawers bedroom) dienen die Auszüge primär der Sortierung von Textilien. Die oberen, oft flacheren Schubladen fassen Unterwäsche, Socken und Accessoires. Die unteren, voluminöseren Auszüge nehmen T-Shirts, Pullover und Hosen auf. Im Vergleich zu einem Kleiderschrank bietet eine Kommode den Vorteil, dass gefaltete Kleidung von oben überblickt werden kann, ohne Stapel umschichten zu müssen.
Wohnzimmer
Im Wohnbereich (living room drawers) fungiert ein flacheres, breites Modell oft als TV-Möbel oder als Ergänzung zur Wohnwand. Die Schubladen verbergen Kabel, Zeitschriften, Fernbedienungen, Kerzen oder Tischdecken. Hier kommen oft hochwertigere Wohnzimmer-Kommoden mit Unterflurführungen zum Einsatz, da die Optik beim Ausziehen der Schublade eine größere Rolle spielt.
Küche und Esszimmer
Auch wenn Einbauküchen dominieren, werden freistehende kitchen drawers oder Anrichten genutzt, um Besteck, Servietten, Tischsets oder seltener genutzte Küchengeräte zu verstauen. Hier ist eine hohe Tragkraft der Kugelführungen (mindestens 25 kg bis 30 kg) wichtig, da Geschirr ein hohes Eigengewicht mitbringt.
Hauswirtschaftsraum und Flur
Im Eingangsbereich fangen Kommoden für den Flur das alltägliche Chaos auf: Schlüssel, Mützen, Handschuhe und Schuhputzzeug finden in den fünf Auszügen ihren festen Platz. In funktionalen Räumen wird eine solche Kommode oft neben größeren Stauraumlösungen, wie einem Schrank für Staubsauger und Wäscheständer, platziert, um Kleinteile übersichtlich von großen Geräten zu trennen.
Der Aufbau: Schritt-für-Schritt-Ratgeber für Heimwerker
Der Aufbau von Möbeln mit Schubladen erfordert Sorgfalt. Ein unpräzise montierter Korpus führt zwangsläufig zu klemmenden Auszügen und schiefen Spaltmaßen. Planen Sie für eine Kommode mit 5 Schubladen eine Aufbauzeit von etwa 1,5 bis 2,5 Stunden ein.
Benötigtes Werkzeug
- Kreuzschlitzschraubendreher (Größe PZ2 ist Standard für Möbelschrauben)
- Akkuschrauber (mit moderat eingestelltem Drehmoment)
- Gummihammer (für Holzdübel)
- Maßband oder Zollstock
- Wasserwaage
- Kleiner Hammer (für die Rückwandnägel)
Schritt 1: Vorbereitung und Schienenmontage
Breiten Sie alle Teile auf einem weichen Teppich oder der Kartonage aus. Der wichtigste Schritt erfolgt ganz am Anfang: Bevor der Korpus zusammengebaut wird, müssen die Schienen der Schubladenführungen an den Innenseiten der Seitenteile montiert werden. Die Vorbohrungen (meist 5 mm Durchmesser) geben die Position exakt vor. Achten Sie darauf, Euroschrauben (flacher Kopf, stumpfes Gewinde) gerade und bündig einzudrehen.
Schritt 2: Korpusmontage mit Exzenterverbindern
Moderne Schlafzimmer-Kommoden werden fast ausschließlich mit Exzenterverbindern (oft als Minifix bekannt) und Holzdübeln zusammengehalten.
- Leimen Sie die Holzdübel (meist 8x30 mm) in die entsprechenden Bohrungen.
- Schrauben Sie die Einschraubdübel (die Metallstifte) in die Seitenteile.
- Stecken Sie Boden, Deckel und Quertraversen auf die Seitenteile.
- Setzen Sie die runden Exzentergehäuse in die großen Bohrungen (meist 15 mm) ein und ziehen Sie diese mit einem PZ2-Schraubendreher um etwa 180° im Uhrzeigersinn an. Die Teile werden nun fest zusammengezogen.
Schritt 3: Das Ausrichten und die Rückwand
Der Korpus einer Kommode ist wie das Fundament eines Hauses – ist er nicht absolut im rechten Winkel ausgerichtet, klemmen später die Schubladen und das Fugenbild wird schief. Legen Sie den Korpus mit der Front nach unten auf den Boden. Messen Sie die beiden Diagonalen (von Ecke zu Ecke) mit einem Maßband. Beide Werte müssen auf den Millimeter genau identisch sein. Ist dies der Fall, nageln oder schrauben Sie die HDF-Rückwand fest. Die Rückwand gibt dem Möbelstück seine finale statische Stabilität.
Schritt 4: Schubladen zusammenbauen
Die fünf Auszüge werden separat montiert. Oft werden hierfür spezielle Spanplattenschrauben (z. B. 4x35 mm) verwendet, um die Seitenteile der Schublade mit dem Rückstück zu verbinden. Der dünne HDF-Boden wird meist in eine Nut eingeschoben. Achten Sie darauf, den Boden mit den mitgelieferten Kunststoff-Keilen oder Nägeln von unten an der Rückseite zu fixieren, um ein späteres Durchhängen bei Belastung zu verhindern.
Schritt 5: Einsetzen und Justieren
Setzen Sie die fertigen Schubladen in die Schienen ein. Bei Rollenführungen wird die Schublade leicht schräg von oben eingefädelt. Bei Kugelführungen mit Vollauszug rastet die Schublade hörbar ein. Prüfen Sie das Fugenbild (die Spaltmaße zwischen den Fronten). Hochwertige Aufbewahrungsmöbeln mit Unterflurführungen (wie hettich drawers) verfügen über kleine Rädchen oder Hebel unter der Schublade, mit denen sich die Front in der Höhe (meist +/- 2 mm) und oft auch in der Neigung werkzeuglos justieren lässt.
Fehlervermeidung und Pflege
Auch dem erfahrenen Heimwerker passieren Fehler. Hier sind die häufigsten Stolpersteine beim Aufbau des Kommoden-Sortiments und wie Sie diese vermeiden:
- Schrauben überdrehen: Spanplatte verzeiht kein Überdrehen. Nutzen Sie den Akkuschrauber nur für lange Schrauben und stellen Sie das Drehmoment auf eine niedrige Stufe (z. B. Stufe 3 oder 4). Ziehen Sie Beschläge und Exzenterverbinder immer von Hand fest.
- Falsche Schienenposition: Achten Sie in der Anleitung genau auf das Zählmuster der Lochreihen. Eine Schiene, die ein Loch zu hoch montiert wurde, führt dazu, dass die Fronten später kollidieren.
- Fehlende Wandbefestigung: Jede Kommode über 60 cm Höhe sollte zwingend mit einem Kippschutz (Winkel und Dübel) an der Wand gesichert werden. Wenn mehrere Schubladen gleichzeitig geöffnet werden, verlagert sich der Schwerpunkt drastisch nach vorne.
Pflege der Beschläge: Möbelbeschläge sind weitgehend wartungsfrei. Kugelführungen sind ab Werk mit einem speziellen Fett geschmiert. Verwenden Sie niemals aggressiven Bremsenreiniger oder WD-40, da dies das Schmierfett aus den Lagern wäscht. Sollte eine Schiene nach Jahren schwergängig werden, reinigen Sie sie trocken und tragen Sie ein wenig säurefreies Silikonspray oder weißes Sprühfett auf.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel Gewicht hält eine Schublade in einer Standardkommode aus? Das hängt von der Führungsschiene und der Stärke des Schubladenbodens ab. Standard-Rollenführungen sind meist für 10 kg bis 15 kg ausgelegt. Kugelführungen und Unterflursysteme (wie z. B. bei hettich drawers oder blum drawers) tragen in der Regel 25 kg bis 30 kg pro Auszug. Achten Sie auf die Herstellerangaben.
Warum schließen meine Schubladen schief oder klemmen? Der häufigste Grund ist ein nicht rechtwinklig montierter Korpus. Prüfen Sie die Diagonalen der Rückseite. Ein weiterer Grund kann ein unebener Fußboden sein. Nutzen Sie Unterlegkeile oder höhenverstellbare Möbelfüße, um die Kommode absolut waagerecht auszurichten.
Kann ich Soft-Close bei einer älteren Kommode nachrüsten? Bei einfachen Rollenführungen lassen sich oft externe Türdämpfer oder spezielle Soft-Close-Adapter im Korpus nachrüsten. Für ein perfektes Ergebnis empfiehlt sich jedoch der komplette Austausch der Schienen gegen moderne Kugelführungen mit integrierter Dämpfung, sofern die Einbaumaße (meist 12,5 mm Platz zwischen Schublade und Korpuswand) übereinstimmen.
Was ist der Unterschied zwischen Melamin und Folie bei den Fronten? Melaminharz wird unter Hitze und Druck direkt auf die Spanplatte gepresst. Es ist extrem kratzfest, hitzebeständig und pflegeleicht. Folienfronten (oft auf MDF-Trägerplatten) werden tiefgezogen und umschließen auch die Kanten nahtlos. Sie bieten eine edlere Optik (z. B. Hochglanz oder tiefe Holzmaserung), sind aber etwas empfindlicher gegenüber Kratzern und ständiger Feuchtigkeit.
Meine Schubladenfronten fluchten nicht. Was kann ich tun? Wenn Sie die Kommode perfekt waagerecht aufgestellt haben, nutzen Sie die Einstellmöglichkeiten der Beschläge. Bei Standardauszügen müssen Sie oft die Befestigungsschrauben der Front leicht lösen, die Front manuell verschieben und wieder festziehen. Hochwertige Unterflurführungen bieten Rändelschrauben zur werkzeuglosen Höhen- und Seitenverstellung direkt an der Kupplung unter der Schublade.
Muss die Kommode an der Wand befestigt werden? Ja, aus Sicherheitsgründen wird dies dringend empfohlen. Besonders bei Modellen mit Vollauszug oder wenn kleine Kinder im Haushalt leben, besteht akute Kippgefahr, wenn mehrere beladene Schubladen gleichzeitig herausgezogen werden. Das Montagematerial (Winkel) liegt den Möbeln in der Regel bei; Dübel und Schrauben müssen passend zur Wandbeschaffenheit (Beton, Gipskarton) gewählt werden.