Kommodenserien

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Kommodenserien sind aufeinander abgestimmte Möbelprogramme für den Selbstaufbau, die aus verschiedenen Sideboards, Schubladenschränken und Highboards im identischen Design bestehen. Der konzeptionelle Vorteil einer Kommodenserie liegt in der Skalierbarkeit: Durch die Kombination von Modulen unterschiedlicher Breite und Höhe lässt sich der Stauraum exakt an die Raummaße anpassen, während die optische Linie durch durchgehende Dekore und einheitliche Grifflösungen gewahrt bleibt.

Wer eine furnica Kommode montiert, erhält ein systematisches Kastenmöbel, das auf standardisierten Bauteilen basiert. Das erleichtert nicht nur die Raumplanung, sondern auch den Aufbau, da sich die Montageschritte bei den verschiedenen Modellen einer Serie wiederholen.

Die Systematik der Serien: GABRIEL, NOAH und MIKEL

Das Sortiment auf furnica.de gliedert sich in drei primäre Konstruktionslinien, die sich in ihrer Aufteilung von Schubladen und Türen sowie in ihren Grundmaßen unterscheiden. Die Planung des Stauraums gleicht einer Partie Tetris mit dem eigenen Grundriss – jedes Möbelmodul muss exakt in die vorhandene Nische passen, um Laufwege und Türöffnungsradien nicht zu blockieren.

Serie GABRIEL: Maximale Schubladenkapazität

Die Modelle der GABRIEL-Reihe sind reine Schubladenkommoden. Sie verzichten vollständig auf Drehtüren und Einlegeböden. Diese Bauweise eignet sich besonders für die Sortierung von Kleinteilen, Wäsche oder Büromaterial. Die Serie zeichnet sich durch eine durchgehende Korpustiefe von 33 cm aus, was sie zu einer funktionalen Lösung für schmale Flure macht.

Die Skalierung der GABRIEL-Serie reicht von kompakten Beistellmöbeln bis hin zu massiven Stauraumwänden:

Serie NOAH: Die symmetrische Kombi-Lösung

Im Gegensatz zu reinen Schubladenschränken kombiniert die NOAH-Serie Türen und Schubladen. Diese Kastenmöbel haben eine Tiefe von 35 cm und eine Standardhöhe von 75 cm. Sie sind symmetrisch aufgebaut: Im oberen Bereich befinden sich die Schubladen für Kleinteile, darunter der von Türen verdeckte Stauraum mit Einlegeböden für größere Gegenstände wie Ordner, Geschirr oder Kartons.

Serie MIKEL: Asymmetrisches Design

Die MIKEL-Serie teilt sich die Maße (Höhe 75 cm, Tiefe 35 cm) mit der NOAH-Serie, unterscheidet sich jedoch durch die asymmetrische Frontaufteilung. Hier sind die Schubladen vertikal an einer Seite (meist links) übereinander angeordnet, während der restliche Korpus durch eine oder zwei Drehtüren verschlossen wird.

Materialien und Dekore

Die Korpusteile und Fronten dieser Serien bestehen aus melaminharzbeschichteter Spanplatte. Dieses Material ist der Standard im modernen Möbelbau, da es verwindungssteif, maßhaltig und unempfindlich gegenüber alltäglicher Beanspruchung ist. Die Kanten sind zum Schutz vor Feuchtigkeit und Stößen mit Umleimern versiegelt.

Bei der Gestaltung der Fronten und Korpusse arbeitet furnica mit verschiedenen Oberflächenfinishes:

  • Matt-Dekore: Weiß Matt, Schwarz Matt und Anthrazit Grau absorbieren Licht und verzeihen Fingerabdrücke. Sie wirken zurückhaltend und modern.
  • Gloss-Dekore (Hochglanz): Weiß Gloss und Schwarz Gloss reflektieren das Raumlicht und lassen Räume größer wirken. Diese Fronten sind oft mit einer abziehbaren Schutzfolie versehen, die erst nach der vollständigen Montage entfernt wird.
  • Holzreproduktionen: Wotan Eiche und Sonoma Eiche bringen eine natürliche Struktur in den Raum. Wer bei der Raumgestaltung einen warmen, mediterranen Akzent sucht, der an eine schwere, traditionelle spanische Kommode erinnert, kombiniert oft diese starken Holzdekore mit dunklen Korpusfarben wie Anthrazit.
  • Materialimitationen: Beton-Optik liefert einen kühlen, urbanen Industrie-Look.

Raumplanung: Maße richtig interpretieren

Vor dem Aufbau einer Kommodenserie muss der Raum präzise ausgemessen werden. Dabei sind nicht nur die reinen Stellmaße (Breite x Höhe x Tiefe) relevant, sondern auch der Funktionsraum davor.

Für eine GABRIEL-Kommode mit einer Korpustiefe von 33 cm müssen Sie zusätzlich den Auszugsweg der Schubladen berechnen. Bei einem typischen Teilauszug ragt die geöffnete Schublade etwa 25 cm in den Raum hinein. Der Mindestabstand zur gegenüberliegenden Wand oder zum Bett sollte daher bei mindestens 60 cm liegen, um eine komfortable Bedienung zu gewährleisten.

Bei den Serien NOAH und MIKEL (Tiefe 35 cm) muss der Schwenkbereich der Drehtüren einkalkuliert werden. Eine 40 cm breite Tür benötigt beim Öffnen auf 90° exakt 40 cm Platz nach vorne.

Technik und Montage für Heimwerker

Der Aufbau der Möbel von furnica.de ist konsequent auf die Selbstmontage durch den Endkunden ausgelegt. Die Möbel werden zerlegt in flachen Kartons geliefert. Eine detaillierte Montageanleitung sowie das komplette Befestigungsmaterial (Schrauben, Dübel, Beschläge) liegen bei.

Benötigtes Werkzeug

Für einen reibungslosen Aufbau benötigen Sie keine voll ausgestattete Schreinerwerkstatt. Folgende Basis-Werkzeuge sind ausreichend:

  • Akkuschrauber (mit moderater Drehmomenteinstellung, um das Überdrehen in der Spanplatte zu vermeiden).
  • Kreuzschlitz-Bits (PZ2 und PH2) für die Beschlagmontage.
  • Ein Gummihammer zum schonenden Einschlagen der Holzdübel.
  • Ein flacher Schlitzschraubendreher zum Anziehen der Exzenterverbinder.
  • Eine Wasserwaage, um den Korpus vor dem Einsetzen der Schubladen oder Türen exakt auszurichten.

Korpusmontage

Die tragende Struktur wird in der Regel über eine Kombination aus Holzdübeln (für die Positionierung und Scherkraftaufnahme) und Exzenterverbindern (Minifix) hergestellt. Der Exzenterbolzen wird in das vorgebohrte 5 mm Loch eingeschraubt, das Gegenstück (das Exzentergehäuse) wird in eine 15 mm Bohrung des anstoßenden Bauteils eingesetzt. Durch eine halbe Drehung mit dem Schraubendreher zieht sich die Verbindung kraftschlüssig zusammen. Diese Technik erlaubt es, das Möbelstück bei einem Umzug verlustfrei wieder zu demontieren.

Rückwände bestehen meist aus dünner HDF-Platte und werden in eine Nut eingeschoben oder von hinten aufgenagelt. Die Rückwand ist ein statisch relevantes Bauteil: Sie verleiht dem Korpus die nötige Winkelsteifigkeit. Achten Sie darauf, dass der Korpus absolut rechtwinklig liegt (Diagonalen messen!), bevor Sie die Rückwand final fixieren.

Schubladen und Schienen

Die Schubladen werden aus Zargen (Seitenteilen), Vorder- und Rückstück sowie einem Einlegeboden verschraubt. Geführt werden sie über seitlich montierte Rollenführungen oder Kugelführungen. Die Führungsschiene wird mit Euroschrauben oder Spanplattenschrauben (z. B. 3,5 x 16 mm) in der vorbereiteten Reihenlochung (System 32) der Korpusseite befestigt. Es ist essenziell, die Schienen exakt waagerecht zu montieren, da die Schublade sonst klemmt oder von selbst auf- bzw. zurollt.

Türen und Topfbänder

Bei den Modellen NOAH und MIKEL werden die Türen mit Topfbändern (verdeckten Scharnieren) am Korpus befestigt. Der Scharniertopf sitzt in einer 35 mm Bohrung auf der Türinnenseite. Die Kreuzmontageplatte wird an der Korpusinnenseite verschraubt. Nach dem Einhängen der Tür ermöglicht das Topfband eine dreidimensionale Justierung:

  • Tiefenverstellung: Abstand der Tür zum Korpus (Spaltmaß).
  • Höhenverstellung: Über die Langlöcher der Montageplatte lässt sich die Tür um ca. +/- 2 mm anheben oder absenken.
  • Seitenverstellung: Über die vordere Stellschraube im Scharnierarm wird die Tür nach links oder rechts geneigt, um ein gleichmäßiges Fugenbild zwischen mehreren Türen zu erreichen.

Wandsicherung (Kippschutz)

Besonders bei Modellen mit einer Höhe von 92 cm (wie der GABRIEL-Serie mit 4 oder 8 Schubladen) ist eine Verankerung an der Wand zwingend erforderlich. Wenn mehrere Schubladen gleichzeitig geöffnet werden, verlagert sich der Schwerpunkt des Möbels massiv nach vorne. Ein einfacher Metallwinkel, der mit einem geeigneten Dübel (z. B. 8 mm Nylondübel für Mauerwerk) in der Wand und mit kurzen Holzschrauben auf dem Oberboden der Kommode verschraubt wird, verhindert das Vornüberkippen effektiv.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert der Aufbau einer Kommodenserie?

Die Montagezeit hängt von der Größe des Modells und der Erfahrung des Heimwerkers ab. Für ein kompaktes Modell mit drei Schubladen sollten Sie etwa 1 bis 1,5 Stunden einplanen. Große Ausführungen mit 12 oder 14 Schubladen erfordern aufgrund der Vielzahl an wiederkehrenden Schraubvorgängen etwa 3 bis 4 Stunden. Ein Akkuschrauber reduziert die Montagezeit bei den Schubladen erheblich.

Kann ich Fronten in Hochglanz sofort nach dem Aufbau reinigen?

Nein. Hochglanzfronten (Gloss-Dekore) sind werkseitig mit einer Schutzfolie überzogen. Nach dem Abziehen dieser Folie benötigt die Oberfläche etwa 24 bis 48 Stunden, um an der Raumluft vollständig auszuhärten. In dieser Zeit sollte die Oberfläche nicht berührt und keinesfalls feucht abgewischt werden. Danach genügt ein weiches, nebelfeuchtes Baumwolltuch ohne aggressive Reinigungsmittel.

Was tun, wenn die Schubladen schleifen oder klemmen?

Prüfen Sie zuerst mit einer Wasserwaage, ob der Korpus im Wasser steht. Bei unebenen Böden verzieht sich der Korpus, was sich direkt auf den Lauf der Schienen auswirkt. Unterfüttern Sie die Möbelfüße oder den Sockel gegebenenfalls mit dünnen Keilen. Kontrollieren Sie zudem, ob alle Schrauben an den Führungsschienen bündig eingedreht sind; überstehende Schraubenköpfe blockieren die Rollen.

Sind die Einlegeböden bei den Modellen mit Türen höhenverstellbar?

Ja, die Korpusseiten der Serien NOAH und MIKEL sind im Bereich der Türen mit einer Reihenlochung versehen. Die beiliegenden Bodenträger aus Metall (meist mit 5 mm Durchmesser) können in verschiedenen Höhen eingesteckt werden, um das Fachmaß an den jeweiligen Inhalt anzupassen.

Welches Werkzeug liegt der Lieferung bei?

Die Lieferung umfasst das komplette Möbelstück inklusive aller Schrauben, Dübel, Scharniere und Griffe. Werkzeuge wie Schraubendreher, Hammer oder Inbusschlüssel (sofern keine speziellen Systemschrauben verwendet werden) müssen vom Kunden selbst bereitgestellt werden.